Marktmonitoring ausgewählter Branchen

Die Analyse und Beurteilung von Preisen ist eine wesentliche Aufgabe jedes Einkäufers. Ist die Preisforderung des Lieferanten gerechtfertigt und wenn ja, auch in dieser Höhe? Welche Preiserhöhungen gibt es derzeit am Markt? Wie entwickeln sich Vormaterial-, Energie- und Personalkosten in der Branche? Können gegebenenfalls auch Preisre-duktionen einfordert werden? Zur Beantwortung dieser Fragen benötigen Einkäufer fundierte Informationen, deren Beschaffung jedoch teilweise mit großem zeitlichem Aufwand verbunden ist. All about Sourcing bietet hier in Zusammenarbeit mit Lieferanten-analyse.info (www.lieferantenanalyse.info) für ausgewählte Branchen einen Marktmonitor, der auf über 200 Brachen ausgebaut und dann regelmäßig aktualisiert wird.

Kostenstrukturen mittels Preisstrukturanalyse bestimmen
Ein wesentlicher Bestandteil bei der Analyse von Preisen und Preisveränderungen ist die Kenntnis der Kostenstruktur, idealerweise direkt vom bezogenen Produkt. Eine bekannte Methode zur Ermittlung von Kostenstrukturen ist die Preisstrukturanalyse, bei der der Einkaufspreis in seine einzelne Kostenbestandteile zerlegt wird und so die für das jeweilige Produkt relevanten Kostenarten identifiziert und bewertet werden können. Der Preis eines Produktes ergibt sich anschließend aus der Summe der einzelnen Kosten-bestandteile.

Ist die Höhe der einzelnen Kostenbestandteile bekannt, kann mit Hilfe der Höhe der Preisveränderung für die jeweilige Kostenart geprüft werden, ob Preisforderungen gerechtfertigt sind oder gar Preisreduktionen beim Lieferanten eingefordert werden können.
Häufig scheitert die Durchführung der Preisstrukturanalyse an dem hohen zeitlichen Aufwand – es müssen beispielsweise Lieferanten besucht oder Fachgespräche geführt werden, um Stundensatzrechnungen durchzuführen – oder dem notwendigen spezifischen Fachwissen und Branchenkenntnissen.

Aufwandsoptimierte Methoden als praxistaugliche Alternative
Mit dem Ziel, Methoden zur aufwandsoptimierten Ermittlung von Kostenstrukturen zu entwickeln, wurde im Rahmen des Masterstudiengangs „Einkauf- und Supply-Chain-Management” an der Georg-Simon Ohm Hochschule in Nürnberg eine Untersuchung entsprechender Erhebungsmethoden durchgeführt. In Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. Gerhard Heß – Professor für Logistik, Supply Management und Allgemeine Betriebs-wirtschaftslehre – konnte ein neuartiges „3-Stufen-Modell der Kostenstrukturermittlung“ entwickelt werden, welches wirtschaftlich ermittelbare und belastbare Ergebnisse für die Höhe von Kostenbestandteilen auf unterschiedlichen Betrachtungsebenen liefert. Dabei handelt es sich um die produktbezogene, unternehmensbezogene und branchenbezogene Ebene.

In der Praxis angewendet, können mit den Daten aus der produktbezogenen Ebene – was der klassischen Preisstrukturanalyse entspricht – die genauesten Ergebnisse erzielt werden. Die bereits beschriebenen Probleme führen jedoch häufig zu deren Nichtanwend-barkeit.

In zahlreichen praxisnahen Anwendungsfällen konnte im Rahmen der Untersuchung festgestellt werden, dass bereits die Informationen auf der branchenbezogenen Ebene belastbare Ergebnisse liefern, um mehr Transparenz bei Material-, Personal-, und Energiekosten zu schaffen. Ein großer Vorteil hierbei ist, dass die Daten im Vergleich zu den anderen Erhebungsmethoden mit wesentlich geringerem zeitlichen und finanziellen Aufwand beschafft werden. Demnach bietet sich die branchenbezogene Analyse als eine wichtige Informationsgrundlage für Einkäufer an, um:

    – Preiserhöhungen zu bewerten
    – Potentielle Preisreduktionen zu erkennen
    – Jahresgespräche mit Lieferanten vorzubereiten
    – Erkenntnisse für die allgemeine Marktentwicklung zu gewinnen

Marktmonitoring mittels branchenbezogener Analysen
Im Rahmen eines Service von All about Sourcing und Lieferantenanalyse.info werden ausgewählte Herstellerbranchen auf Basis dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse analysiert und als Downloaddokument angeboten. Das Marktmonitoring erstreckt sich dabei auf einen Analysezeitraum von einem Jahr und umfasst:

    – die durchschnittliche Kostenstruktur der Branche (Material-, Personal-, Energieanteil)
    – die durchschnittliche Wareneingangsstruktur
    – die Marktpreisentwicklung der Vormaterialien
    – die Energiepreisentwicklungen
    – die Veränderung der Auftragseingänge in der Branche (Kapazitätsauslastung)
    – die durchschnittliche Entwicklung der Marktpreise innerhalb der Branche

Datenherkunft
Die Basis für die Analyse der branchenbezogenen Kostenstruktur bilden die Daten des Statistischen Bundesamtes. Dieses ermittelt jährlich die durchschnittlichen Kostenanteile für den Material,- Personal- und Energieeinsatz für die Haupterzeugnisse der 216 Her-stellerbranchen in Deutschland.

Darüber hinaus ermittelt das StaBuA in regelmäßigen Abständen die Struktur des Wareneingangs jeder Branche und liefert somit Daten, anhand derer die zugekauften Vormaterialien sowie Roh, -Hilfs-, und Betriebsstoffe ersichtlich sind. Zusätzlich wird der prozentuale Anteil jeder Warengruppe des Vormaterials am Gesamteinkaufsvolumen erfasst. Durch diese Informationen werden Schwerpunkte in der Beschaffung ersichtlich und es können Preisveränderungen des Beschaffungsproduktes auf die Preisver-änderungen des jeweiligen Vormaterials zurückgeführt werden.

Analysezeitraum
Der Zeitraum für die branchenbezogene Analyse erstreckt sich im Rahmen der Serie auf ein Jahr. Zu beachten ist hierbei, dass es sich um eine Zeitpunktbetrachtung handelt. Das bedeutet, dass der Startzeitpunkt als Zeitpunkt der letzten Verhandlung bzw. des letzten gültigen Angebotspreises zu verstehen ist. Der Endzeitpunkt der Betrachtung definiert sich wiederum durch das Datum des aktuellen Angebotes, Preiserhöhungsschreibens oder Verhandlung. Die Bewertung der Vormaterialkosten findet zu Wiederbeschaffungspreisen statt, also nicht anhand eines Jahresdurchschnitts oder gleitenden Durchschnitts.

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