Sinkende Rohölpreise drücken Rohstoffpreisindex

HWWI_Rohstopffpreisindex_Okt.13Im abgelaufenen Monat Oktober sank der HWWI-Rohstoffpreisindex im Vergleich zum Vor-monat um 2,3 % auf US-Dollar-Basis und in Euro um 4,4 %. Getrieben wurde der Rück-gang vor allem durch sinkende Rohölpreise. Die Energierohstoffe sanken im Teilindex im Vergleich zum Vormonat um 2,8 % (in Euro: -4,9 %). Auch der Index für Nahrungs- und Genussmittel ging um 1,2 % (in Euro: -3,3 %) zurück; wobei besonders der Index für Öl-saaten und Öle mit 2,9 % (in Euro: -5 %) nachgab. Die Industrierohstoffe stiegen um 1,3 % (in Euro: -0,8 %). Zu diesem Anstieg trugen die NE-Metalle und die Agrarischen Rohstoffe bei, die jeweils um 2 % (in Euro: -0,2 %) anstiegen. Dagegen drückten zurückgehende Preise bei Eisenerz und Stahlschrott leicht auf den Index für Industrierohstoffe. Der Index für Eisenerz und Stahlschrott sank um 0,8 % (in Euro: -2,9 %).

Rohölpreise geben nach
Die Preise für Rohöl gaben im vergangenen Monat um durchschnittlich 3,1 % (in Euro: -5,2 %) im Vergleich zum September nach. Die grundsätzlich gute Ölversorgung drückte den Ölpreis, der zuvor durch Unruhen, Streiks oder politische Unsicherheiten in Ländern wie Libyen, Iran, Irak, Nigeria und Syrien in die Höhe getrieben worden war. Dabei sanken die Preise für die einzelnen Ölsorten verschieden stark: Während Brentöl, die europäische Leitsorte, nur um 2,4 % (in Euro: -4,5 %) nachgab, sank das amerikanische WTI-Öl mit 5,6 % (in Euro: -7,6 %) wesentlich stärker. Das führte dazu, dass sich der Spread zwischen diesen beiden Ölsorten wieder vergrößerte. In den USA drückten steigende Lagerbestände besonders auf den Preis. Einige Raffinerien wurden gewartet, wodurch die Rohölnachfrage zurückging; zugleich wurden die US-amerikanischen Lagerbestände durch eine steigende heimische Ölproduktion gefüllt. Bei Brentöl begrenzte dagegen die kritische Lage im Ölför-derland Libyen die Preisrückgänge. Libysches Öl ist von der Qualität her vergleichbar mit Brentöl. Neben Libyen vergrößerten auch Anschläge im Irak die Sorgen auf dem inter-nationalen Ölmarkt. Das Ölangebot der OPEC sank seit Langem wieder unter 30 Mio. Barrel pro Tag. Im Zuge dessen gab der Preis für Dubai-Öl im Vergleich zu Brent und WTI-Öl mit 1,5 % (in Euro: -3,6 %) nur wenig nach.

Metallmärkte erholen sich von den Tiefständen
Die Metallmärkte erholten sich etwas von den Tiefständen im letzten Sommer. Im Vergleich zu Ende Juni notierte der Index für NE-Metalle um 7,3 % (in Euro: +2,5 %) höher. Im Ver-gleich zum Vorjahresmonat Oktober notieren die NE-Metalle aber immer noch um 9 % (in Euro: -13,4 %) niedriger. Zahlreiche Minen wurden eröffnet: Deren zusätzliche Mengen führten zu Angebotsüberschüssen in deren Folge die Preise für einzelne Metalle kräftig fielen. So notierte im Oktoberdurchschnitt Aluminium um 7,8 % (in Euro: -12,2 %), Kupfer um 10,8 % (in Euro: -15,1 %) und Nickel um 18 % (in Euro: -22 %) niedriger als vor einem Jahr. Gegen den Trend bei den Metallen entwickelte sich Zinn, das in dem gleichen Zeit-raum, von Oktober 2012 bis Oktober 2013, um 8,7 % (in Euro: +3,5 %) zulegte. Hier erhöh-ten sich die Preise, weil Indonesien seine Exporte begrenzte, um an der Weiterverarbeitung des Zinns verdienen zu können. Im Oktober stiegen im Monatsdurchschnitt alle NE-Metalle im Index, besonders Aluminium mit 3,3 % (in Euro: +1,1 %) und Nickel mit 2,3 % (in Euro: +0,1 %). Die Metallpreise profitierten von besseren Konjunkturaussichten in China und die weiterhin lockere Geldpolitik wirkte unterstützend. Nach seinem Tiefstand im September 2012 ist der Index für Eisenerz und Stahlschrott schnell wieder gestiegen. Im Vergleich zu damals notiert der Index nun um 21,5 % (in Euro: +14,5 %) höher, trotz eines leichten Rück-gangs im letzten Monat.

Index für Nahrungs- und Genussmittel
Der Index für Nahrungs- und Genussmittel sank im Vergleich zum Monat September um 1,2 % (in Euro: -3,3 %). In diesem Teilindex entwickelten sich die Preise der einzelnen Roh-stoffe jedoch zum Teil sehr gegenläufig. Mais und Sojabohnen verbilligten sich um 4,8 % (in Euro: -6,8 %), beziehungsweise um 4,3 % (in Euro: -6,3 %). Im Mittleren Westen der USA haben sich die Ernten nach der schlimmen Hitze vom Vorjahr wieder erholt und gleichzeitig werden gute Sojabohnenernten in Südamerika erwartet. Überschüsse auf dem Kaffee-markt, die vor allem durch gute Ernten im größten Anbauland für Arabica-Kaffee Brasilien entstanden sind, ließen die Kaffeepreise kräftig sinken. Die minus 4,4 % (in Euro: -6,4 %) im letzten Monat trug dazu bei, dass der Kaffeepreis im Vergleich zum Vorjahr nun um 27,1 % (in Euro: -30,6 %) niedriger notiert. Der Kakaopreis stieg dagegen um durchschnittlich 4,5 % (in Euro: +2,3 %), da ungünstige Wetterverhältnisse und erkrankte Kakaobäume die Ernten in der Elfenbeinküste und Ghana gefährdeten. Weizen verteuerte sich im Monats-durchschnitt um 7,7 % (in Euro: +5,4 %). Gegen Ende Oktober setzten jedoch starke Rück-gänge beim Weizenpreis ein, da sich die Angebotssituation verbesserte und Substitutions-effekte bei der Nachfrage hin zum billigeren Mais erfolgten. Der Weizenpreis liegt um 16 % (in Euro: -20 %) unter seinem Niveau vom Vorjahresmonat.

Grafik: HWWI-Rohstoffpreisindex Stand Oktober 2013, Quelle: HWWI

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