Trends für das Stammdatenmanagement

Das Thema Stammdatenmanagement ist ein Dauerthema, das vielen Firmen sehr zu schaffen macht. Was kann und was muss ich im Stammdatenmanagement beachten? Und wie kann ich die Stammdatenpflege ressourcenfreundlich und trotzdem hochwertig bewältigen? Auf diese und viele weitere Fragen hat Dr. Ulrich L. Manz, Gründer und Gesellschafter der IFCC GmbH, eine Antwort: „Datenpools sind auf dem Vormarsch und werden sehr zeitnah die Welt der Produktstammdaten nicht nur verändern, sondern sogar revolutionieren.“

Noch ist es so, dass– quasi in Einzelfertigung – die Produktinformationen von den Unternehmen einzeln aufbereitet werden, und damit nach Expertenmeinung volks- und betriebswirtschaftlich enorme Ressourcen verschleudert werden. Die nahe Zukunft sieht anders aus: es wird wenige Daten-Silos geben – aufgebaut als gemeinschaftliche Stammdaten-Pools – die den Unternehmen passgenaue Produktinformationen zur Verfügung stellen.

„Es ist zwingend notwendig, dass sich Daten-Pools als offenes Netzwerk verstehen“, erläutert Dr. Manz, langjährig tätig als Professor für Controlling an der Hochschule Darmstadt. Über die Metadaten muss es sogar möglich sein, andere Pools (also sogenannte Marktbegleiter) anzudocken und zu bedienen. Letztlich werden die verschiedenen Daten-Pools ein großes Netzwerk bilden, ja bilden müssen. Dr. Manz: „Pools, die dies nicht beachten, werden auf dem Markt absolut keine Chance haben.“

Raum- und zeitunabhängige Cloudlösung
Die Lieferkette braucht Datenaufbereitungsanwendungen, die schnell und präzise sind. Das gilt sowohl für DAX- Unternehmen als auch für mittelständische Betriebe. Dazu haben Professor Manz und sein Team geforscht und über viele Jahre den IFCC.DataManager entwickelt. Es handelt sich um eine cloudbasierte MDM-Plattform, die raum- und zeitunabhängig bedient werden kann. Alle Funktionen, die für eine moderne Stammdatenaufbereitung und ein modernes Stammdatenmanagement notwendig sind, stehen in dieser Anwendung zur Verfügung. Die Plattform ist modular aufgebaut, somit kann sie je nach Anforderung unternehmensbezogen konfiguriert werden.

Das spannende an solchen flexiblen Plattformen ist:
• Jeder kann teilnehmen. Jeder Dateneigner kann entscheiden, wem er welche Daten freigeben will. Jeder kann entscheiden, welche Funktionen für ihn aktuell wichtig sind.
• Es liegt ein allgemeingültiges Metadaten-Konzept auf Basis von eCl@ss zugrunde. Für die Nutzer kann es deshalb keinen Lock-in-Effekt geben. Sie können die Daten mit anderen Unternehmen tauschen, in nach- oder vorgelagerte System ausleiten.

Erfolgsbeispiel VTH-eData-Pool
Der VTH-eData-Pool ist eine Teilapplikation des IFCC.DataManager, der in Zusammenarbeit mit dem VTH Verband Technischer Handel e.V. entstand. Er versteht sich als wertschaffende „Basis-Lösung“. Vereinfacht erklärt: Hersteller laden Daten in einem vereinbarten Format, den vereinbarten Metadaten in den VTH-eData-Pool hoch. Passt es mit den Formaten nicht, kann z. B. das Zusatzmodul Rule-Engine zum Einsatz gebracht werden: Ausgangsformate werden über eine festgelegte Regel automatisch in das Zielformat übergeleitet.

Die hochgeladenen Stammdatensätze werden validiert und stehen dem Markt, sprich: den Großfachhändlern und natürlich auch dem Hersteller selbst, der die nun veredelten Daten ebenso weiterverwenden kann, zur Verfügung. Alle Rechte an den Datensätzen bleiben beim Dateneigner. Er entscheidet, wer welche Daten bekommt. Der VTH-eData-Pool ist somit die ideale Basis-Lösung für den Austausch von Produktstammdaten in einem einheitlichen Format, die unkompliziert zu bedienen ist – der eData-Pool ist sozusagen eine komfortable Datendrehscheibe. Der Händler wiederum kann den Umfang an Stammdaten bestimmen, den er in seinen Projektraum laden möchte. Er kann also von ihm definierte Teilsortimente erwerben. Der große Vorteil dieser Basis-Lösung ist die Datenpflege. Ändert, ergänzt, löscht ein Dateneigner seine Daten wird dies dem Datenabnehmer automatisch mitgeteilt. Er kann nun entscheiden, welche Änderungen für ihn relevant sind und sich dann die geänderten Daten tagesaktuell in seinen Projektraum kopieren.

Der VTH-eData-Pool ist eine ausgesprochen kostengünstige Basis-Lösung für Hersteller und Händler, um Stammdatensätze in einem einheitlichen Format tagesaktuell zu kommunizieren. Kurzum: Ein wichtiger Schritt zur Digitalisierung des Unternehmens.

Weil der Pool-Teilnehmer den Stammdatensatz aus dem VTH-eData-Pool aber nicht mit z.B. individuellen Merkmalen anreichern kann, ist diese Basis-Lösung skalierbar: Das bedeutet, dass jedes Unternehmen die Möglichkeit hat, sich von der MDM-Plattform IFCC.DataManager zusätzliche, den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens entsprechende, Module zu lizensieren. Unternehmen können dann zum Beispiel die Daten individualisieren bzw. anreichern. Sie können dann auch eigene Daten hochladen, diese mit den VTH-eData-Pool-Daten verknüpfen und sie selbständig in das jeweilige ERP-System laden.

Die beschriebene Datenaufbereitungsanwendung steht stellvertretend für zeitgemäße Datenpools, die sich sowohl als MDM- als auch PIM-System bewähren. Sie machen das interne und externe Produktstammdatenmanagement gleichermaßen zukunftsfähig und effizient.

von Prof. Dr. Ulrich Manz

Bild: Prof. Dr. Ulrich Manz; Foto: KOLLAXO Markt und Medien GmbH

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