Untersuchung des Weltmarkts für Klebstoffe

Wo früher massive Nieten und Schrauben gebraucht wurden, reichen heute oft ein paar Tropfen Kunststoff. Mit einem Absatz von mehr als 4 Millionen Tonnen waren Vinyl-Produkte im Jahr 2014 die bedeutendsten Klebstoffe, mit großem Abstand vor Acryl-, Polyurethan-, Elastomer-, Epoxy- und anderen Sorten. Zu Vinyl-Klebstoffen gehören vor allem Produkte auf Basis von Polyvinylacetat (PVAC). Aus Polyvinylacetat wird außerdem Polyvinylalkohol (PVA) hergestellt, der wiederum als Klebstoff für poröse Materialien verwendet wird. Gebraucht werden Vinyl-Klebstoffe besonders für Papier, Verpackungen und Holzprodukte. Dabei gibt es große regionale Unterschiede: In Westeuropa sind Papier und Verpackungen die größten Anwendungsgebiete. Da der Absatz dort in den kommenden acht Jahren voraussichtlich auf einem hohen Niveau stagnieren wird, sind die Erwartungen auch für Klebstoffe gedämpft. In vielen Schwellen- und Entwicklungsländern verspricht dagegen eine starke Bauindustrie weiteres Wachstum.

„Verklebungen halten gleichmäßig, berechenbar und dauerhaft verschiedenste Materialien zusammen“, sagt Oliver Kutsch, der Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Ceresana: „Weltweit werden pro Jahr bereits mehr als 13 Millionen Tonnen Klebstoffe verbraucht.“ Ein Ende des Wachstums ist nicht abzusehen: Eine neue Studie von Ceresana erwartet, dass der mit Klebstoffen erzielte Umsatz bis zum Jahr 2022 um weitere 3,1% pro Jahr zulegen wird. Mehr als ein Drittel der Nachfrage kommt dabei aus der Region Asien-Pazifik.

Auf dem Bau wird am meisten geklebt
Kleber für Wand- und Bodenbeläge, für Verkleidungen und Paneele, für Wärmedämmung, Instandsetzung und Sanierung von Gebäuden: fast 30% des gesamten weltweiten Klebstoff-verbrauchs entfiel im Jahr 2014 auf die Bauindustrie, die damit der bedeutendste Absatzmarkt war. Die Studie von Ceresana untersucht außerdem den Einsatz von Klebstoffen in den Sektoren Papier und Verpackungen, Holzverarbeitung, Fahrzeugindustrie, Schuhe und Leder, Konsumprodukte sowie sonstige Anwendungen.

Umweltfreundliche Verbindungen gefragt
Im Jahr 2014 waren rund 49% aller weltweit verbrauchten Klebstoffe wasserbasiert, den Rest teilten sich Schmelzklebstoffe, Produkte auf Basis von Lösungsmitteln, Reaktivklebstoffe und sonstige Technologien. Klebstoffe auf Wasserbasis werden vor allem für Verpackungen, etwa PSA-Etiketten und Aufkleber, und für Bauanwendungen wie das Verkleben von Teppichen oder Isolierungen eingesetzt. Die Hersteller betreiben nach wie vor großen Forschungs- und Entwicklungsaufwand, um Lösungsmittel-Klebstoffe durch sicherere und umweltverträglichere Dispersionsklebstoffe ohne Lösungsmittel zu ersetzen. Dispersionsklebstoffe werden vor allem für poröse Werkstoffe verwendet, die das Wasser der flüssigen Klebschicht aufsaugen können. Zu ihnen zählen unter anderem PVAC, Acrylate, Gummi-Sorten sowie Polyurethan (PUR).

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