Data Analytics in der Supply Chain

Die Anwendung und der Einsatz Künstlicher Intelligenz und entsprechender deskriptiver, prediktiver oder preskriptiver Data Analytics-Verfahren hält auch in der Logistik mehr und mehr Einzug: Das Potenzial wird gesehen, aber für welche Anwendung lohnt sich der Einsatz wirklich? Welche Daten werden überhaupt benötigt? Der tatsächliche Aufwand und Nutzen ergibt sich für das Unternehmen nämlich erst im konkreten Analytics-Anwendungsfall. Hier würde eine erste Einschätzung sehr helfen. Fraunhofer SCS hat deshalb eine Bibliothek mit Analytics-Anwendungsfällen aufgebaut und sie u.a. mit Informationen zu den passenden Geschäftsprozessen und den dafür notwendigen Daten verknüpft: So können Unternehmen schnell für sich interessante Anwendungen finden, diese auf die eigenen Geschäftsprozesse übertragen, bewerten und erste Analytics-Projekte initialisieren.

Bedarfsprognose von Ersatzteilen mit Supply Chain Analytics
Das Spektrum an Möglichkeiten, mit Hilfe von Data Analytics-Anwendungen in der Logistik zu optimieren, ist vielfältig. Neben der Optimierung von Logistiknetzwerken oder der Ermittlung von Kennzahlen, stecken große Potenziale in der Vorhersage von kritischen Ereignissen (z. B. Verspätungen), Kundenbedarfen oder notwendigen Lagerbeständen. So wurde u.a. in einem der jüngsten Projekte mit einem Hausgerätehersteller dessen Stamm- und Verbrauchsdaten gezielt auf Muster und Ähnlichkeiten untersucht und daraus mittels Machine Learning-Methoden ein Modell für die langfristige Prognose des zu erwartenden Ersatzteilbedarfs entwickelt. Auf dieser Basis können die Disponenten des Kunden ihre Lagerbestände nun optimal planen und auslasten.

Kennzahlenbasiert die Motivation im Lager steigern
Die im Forschungsprojekt »MoLa Motivation im Lager« gewonnenen Ergebnisse veranlassten die Forschungspartner den Entwicklungszirkel »MoLa Motivation im Lager« zu etablieren. Dieser soll Unternehmen zu mehr Motivation, Gesundheit und Leistung im Lager befähigen. Der Zirkel startet im Herbst 2018; ab dann prüfen die teilnehmenden Unternehmen im 2-Jahres-Turnus ihre Lagerleistung sowie die Motivation und Gesundheit ihrer Mitarbeiter und führen geeignete Motivationsmaßnahmen ein. Als Bemessungsgrundlage für die Wirkung von Motivationsmaßnahmen dient die Lagerleistung, gemessen anhand aussagekräftiger Kenngrößen zu Produktivität, Qualität und Kosten. Hier kommt die seit über 20 Jahren bewährte Methodik des Lager-Benchmarkings der Fraunhofer SCS zum Einsatz. Fachlich begleitet und moderiert wird der Entwicklungszirkel von den drei MoLa-Forschungspartnern: der Lehrstuhl für Psychologie im Arbeitsleben der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Forschungsgruppe für optimierte Wertschöpfung HSA_ops der Hochschule Augsburg und die Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS.

Analyse des Logistikimmobilienmarkts mit »L.Immo online«
Zum Deutschen Logistik Kongress präsentierte die Fraunhofer SCS ein Update der neuen Online-Plattform »L.Immo online« mit allen Nutzungsmöglichkeiten. Die Aktualisierung der Plattform, die den deutschen Logistikimmobilienmarkt beleuchtet, zeigt, dass bereits im ersten Halbjahr 2018 über 2,5 Mio m² an neuen Logistikimmobilienflächen realisiert wurden, was einem Anstieg von 16% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Zudem erhalten die Besucher Einblick in die Studie »Standortkompass – Flächen- und Beschäftigungspotenziale«, die im Auftrag der Logix-Initiative in Zusammenarbeit mit der Logivest Concept GmbH entstanden ist. Die Studie untersucht, inwieweit unterschiedliche Top-Logistikregionen mit Herausforderungen wie Flächen- und Arbeitskräftemangel konfrontiert sind und welche Handlungsoptionen kommunalen Akteuren hierbei zur Verfügung stehen.

Marktkennzahlen aus der »TOP 100 der Logistik 2018/19«
Erste Ergebnisse der aktuellen »TOP 100 der Logistik 2018/19« zeigen, dass die Logistikwirtschaft in Deutschland in 2017 um ca. 3 % auf ein Volumen von rund 267 Mrd.€ gewachsen ist. Etwas über die Hälfte dieses Wachstums resultiert aus einem gestiegenen operativen Aufwand durch einen Anstieg an transportierten Tonnen, der übrige Teil aus einem gestiegenen Preisniveau für die Leistungen der Logistikwirtschaft und die dort eingesetzten Beschäftigten. Der Zuwachs an bewegten Tonnen ist vor allem bedingt durch länger werdende Versorgungsketten, die im Rahmen eines weiteren E-Commerce-Aufschwungs entstehen. In Summe sind 3,15 Mio. Erwerbstätige in der Logistikwirtschaft beschäftigt, was einem Plus von knapp unter 3,5% an Köpfen im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

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