Einkaufsstrategie als Ankerpunkt

Die anhaltende sehr gute wirtschaftliche Lage hat die Rolle des Einkaufs verändert. Aktuell ist die Top-Priorität des Einkaufs, Versorgungssicherheit herzustellen und die Produktion und Lieferfähigkeit zu sichern. Erst in zweiter Linie folgen die Optimierung der Einkaufskosten und Prozesse. Dies hat eine Studie von Expense Reduction Analysts, des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und der EBS Universität für Wirtschaft und Recht ergeben. Insgesamt wurden 201 Einkäufer befragt. Laut der Studie trägt der Einkauf besonders zum Geschäftserfolg bei, wenn die Prozesse priorisiert betrachtet werden. Dadurch steigern Unternehmen im Schnitt ihre Performance um 13 Prozent im Vergleich zur Peergroup.

Damit der Einkauf seine Rolle wahrnehmen kann, müssen Unternehmen vor allem in Ressourcen und IT-Infrastruktur investieren. „Der Einkauf ist zum Enabler im Unternehmen geworden. Um dieser Rolle auch nachhaltig gerecht werden zu können, sind Investitionen in Ressourcen und eine moderne IT-Infrastruktur unerlässlich“, sagt Matthias Droste, geschäftsführender Gesellschafter der Expense Reduction Analysts (DACH) GmbH. Dass es hier Nachholbedarf gibt, zeige sich daran, dass in 56 Prozent der Unternehmen Maverick Buying noch immer ein Problem ist sowie, dass sechs von zehn Firmen kein aktives Risikomanagement betreiben.

Ein Erfolgsfaktor in mittelständische Betrieben (100 bis1.000 Mitarbeiter) ist der Einsatz von externen Beratungen. Diese kommen vor allem dann zum Zuge, wenn im Unternehmen benötigtes Wissen und Expertise nicht vorhanden sind bzw. klare und effiziente Einkaufsstrukturen aufgebaut werden sollen. Laut der Studie steigern gerade Firmen aus dem mittelständischen Segment ihre Leistungsfähigkeit um 20 Prozent gegenüber vergleichbaren Unternehmen. Droste: „Die Studienergebnisse zeigen, dass erfolgreiche Mittelständler genau die Leistungen einkaufen, die sie im Unternehmen nicht ständig vorhalten können.“

„Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass der Einkauf in Unternehmen eine Schlüsselrolle einnimmt“, so Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME). Um diese Funktion noch besser ausfüllen zu können, sei aber ein Umdenken notwendig. Die zunehmende Komplexität der Beschaffungsprozesse fordere von den Einkäufern künftig, ihr Wissen in abteilungsübergreifende Teams und Projekte einzubringen. Vorrausetzung dafür sei allerdings eine ausformulierte Einkaufsstrategie, damit die Teams einen definierten Ankerpunkt haben. Grobosch: „Wichtig ist, dass der Einkauf nicht als bürokratischer Prozess gesehen wird, durch den navigiert werden muss, sondern als Mehrwertbringer für das Unternehmen.“ Unter diesen Rahmenbedingungen kann der Einkauf seine Rolle als Wegbereiter vollständig ausfüllen. Link zum Download der Studie

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