Die Bundesregierung möchte mit einem Maßnahmenpaket die Digitalisierung voran-bringen und starke Industriezweige wie zum Beispiel Maschinenbau in den Dialog mit einbeziehen. Doch welchen Stellenwert haben Inhalte und neue Technologien in den Geschäftsmodellen der Zukunft und wie können Unternehmen diese profitabel einsetzen? Im Rahmen des 8. Nationalen IT-Gipfels in Hamburg fanden sich die führenden Hamburger Medien- und Technologie-Unternehmen zu diesem Thema zusammen.
In der „Arbeitsgruppe Regionalthema: Content & Technology“ ermittelte Dr. Felix Menden, CTO der führenden Anbietersuche „Wer liefert was“, unter anderem mit Teilnehmern von dpa, der Otto Group und XING die Chancen, die sich aus dem digitalen Strukturwandel ergeben. Die Ergebnisse wurden in einem Chancenpapier aufbereitet.
Angesichts der digitalen Dynamik ändern sich die Marktvoraussetzungen in puncto Wett-bewerb, Profitabilität und vor allem in der Kundenorientierung. „Um Herausforderungen der Digitalisierung in Chancen umzuwandeln, müssen Geschäftsmodelle und Firmen heute anpassungsfähig, dynamisch und wendig sein“, so Dr. Felix Menden.
Kunden nutzen heute große Plattformen wie allgemeine oder B2B-Suchen als Filter für relevante Informationen. Laut Menden eröffnet sich für Unternehmen hierbei eine große Chance: „Diese Plattformen ermöglichen neue gewinnbringende B2B-Kooperationen und wirken damit vertriebsunterstützend.“ Aus der klassischen, horizontalen Wertschöpfungs-kette (erstellen, vermarkten, vertreiben und verkaufen) wird zunehmend eine Wert-schöpfungsmatrix.
„Unternehmen müssen hierbei jedoch lernen, Kompetenzen abzugeben und in Projekten und Kooperation zu denken, da nicht mehr alles im eigenen Haus realisiert werden kann.“ Im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit, des Datenschutzes und der Unabhängigkeit von Quasi-Monopolen im Ausland sollten Unternehmen stark daran interessiert sein, diese Wert-schöpfungsmatrix in Deutschland beziehungsweise Europa zu halten.
Der Kunde als Qualitätsmanager
Der Kunde erwartet heute Echtzeitinformationen und zeitnahe Interaktion. Er bewertet, postet, teilt, filtert Informationen und sucht nur den für ihn relevanten Inhalt. Die Beziehung zum Kunden sollte sich also an seinen inhaltlichen Anforderungen orientieren. Richtig umgesetzt bedeutet dies für Felix Menden einen entscheidenden Schritt für den Unter-nehmenserfolg: „Die digitale Resonanz der Kunden wird Teil der Wertschöpfung und unterstützt zum Beispiel ein nutzergerechtes Qualitätsmanagement, trägt zur Verbreitung der Inhalte bei oder erzeugt einzigartigen Content.“ Auf diese Art wird der Zugang zum Kunden heute bedeutend durch neue Technologien geprägt.

