Kupfer wieder bei Marke von 7.000 US$/t

Kupfer zeigte sich im Oktober wieder fester und erreichte Mitte des Monats erneut die psychologisch wichtige Marke von 7.000 US$/t, die in der Folge mehrmals überschritten wurde. In der Spitze lag der LME-Kupferpreis bei 7.063 US$/t (Settlement). Wesentliche Gründe für die höhere Bewertung des roten Metalls sehen Analysten vor allem in der guten Nachfrage aus China sowie in positiven Konjunkturaussichten.

Auch ein erhöhter Kupferbedarf durch die Zerstörungen der Unwetter in den USA wurde ins Spiel gebracht. Die Preisdifferenz von Kassa- zu Dreimonatsterminen lag an einzelnen Tagen mit über 40 US$/t erneut höher als üblich, normalisierte sich aber gegen Monatsende bei etwas über 20 US$/t.

Im Oktober äußerten sich einige Marktteilnehmer zum Kupferpreis für das kommende Jahr: Jiangxi Copper sieht einen Durchschnittspreis um die 6.500 US$ für 2018. Diese Einschätzung teilt auch Codelco, die die Prognose für den Durchschnittspreis im kommenden Jahr von 2,68 US$ per Pfund (rd. 5.900 US$/t) auf 2,95 US$ (rd. 6.500 US$/t) angehoben hat. Auch dieses Unternehmen führt die gestiegene Nachfrage aus China als einen wesentlichen Grund für seine höhere Prognose an. Die Einschätzung wird von Goldman Sachs geteilt, dessen Analysten die Kupferpreisprognose auf 7.050 US$/t angehoben haben.

Kupferrohstoffe
Insgesamt wird in Marktberichten für 2018 von einem weitgehend ausgewogenen Konzentratmarkt ausgegangen. Die Störungen auf der Angebotsseite durch ungeplante Ausfälle, wie beispielsweise Streiks, sollten sich reduzieren, da Minen und Gewerkschaften zuletzt eine höhere Bereitschaft zur schnellen Einigung zeigten. Der aktuell hohe Kupferpreis sollte zudem den Minen einen deutlichen Anreiz bieten, ihre Konzentrat-Kapazitäten maximal auszulasten sowie sich nach neuen Vorkommen umzuschauen.

Entwicklungen im Oktober
Rio Tinto hat seine Prognose der eigenen Kupferminenproduktion im Gesamtjahr 2017 von vorher 500.000 bis 550.000 t auf 460.000 bis 480.000 t zurückgenommen und führt u.a. Arbeitsniederlegungen als Ursache an. Nicht betroffen davon war die Elektrolyse und die Ankündigung in diesem Jahr 185.000 bis 225.000 t an raffiniertem Kupfer zu produzieren.

BHP Billiton meldete hingegen für September einen Anstieg der Kupferproduktion um 14 % auf 404.000 t. Dieser soll erstens getrieben worden sein, durch den höheren Output der Escondida-Mine für die Mitte Oktober ein erster Abschluss mit der Gewerkschaft Sindicato No. 1 verkündet wurde. Der Abschluss hat laut BHP eine Laufzeit von 36 Monaten und soll für beide Seiten vorteilhaft sein. Zweitens wurde der Anstieg von der Hochlaufphase der Los Colorados Expansion angetrieben, die auf durchschnittlich höhere Kupferinhalte zurückgreift und im vierten Quartal 2017 abgeschlossen sein soll. Insgesamt rechnet BHP Billiton für 2018 mit einem rasanten Wachstum der Output-Mengen um 2.535 % auf 1,13 bis 1,23 Mio. t im Vergleich zum aktuellen Jahr. Bereits im August hat BHP zudem die Expansion seiner Spence Kupfermine beschlossen, die über eine jährliche Produktion von 185.000 t verfügen soll und den Planungen des Unternehmens nach denen sich die Lebensdauer der Mine auf mehr als 50 Jahre ausdehnen wird.

BHP war auch im abgelaufenen Quartal auf der Suche nach neuen Vorkommen. Nach Unternehmensangaben beliefen sich die Ausgaben hierfür auf 43 Mio. US$. Der Hauptfokus lag dabei auf Kupfervorkommen in Chile, Peru, Kanada, Südaustralien und im Südwesten der USA. BHP meldete zudem ein solides Wachstum im ersten Quartal ihres neuen Geschäftsjahres, mit Outputzahlen die 14 % über denen des Vergleichsquartals im Vorjahr lagen. Das Unternehmen plant 2018 ein Mengenwachstum von 7 % zu realisieren und sieht sich mit den aktuellen Zahlen diesbezüglich auf gutem Wege.

In Peru beabsichtigt das chinesische Unternehmen Chinalco seine Produktionskapazität am Toromocho-Kupfervorkommen weiter auszubauen. Hierfür möchte der Produzent bis 2018 verschiedene Investitionen am Standort umsetzen, die insbesondere die Kapazität steigern werden.

Der Konzentratmarkt wartet gespannt auf die Ergebnisse der LME-Week und auf die jährliche Benchmark durch einen Referenzabschluss zwischen Minen- und Hüttenindustrie. Verschiedene Marktkommentare nähren die Spekulation, dass dies in diesem Jahr von Seiten der Hüttenindustrie die chinesische Tongling Nonferrous statt wie im vergangen Jahr durch Jiangxi Copper geschehen könnte. Nachdem im September bekannt wurde, dass das Chinese Smelter Purchase Team (CSPT) die Mindest-TC/RC um 10 % auf 95 US$/t und 9,5 cents/lb angehoben hat, wurden laut Metal Bulletin zu Anfang Oktober auch Abschlüsse auf diesem Preisniveau getätigt. Die Meinungen über die angemessene Höhe für 2018 gehen jedoch weiterhin weit auseinander.

Der europäische Markt für Altkupfer blieb auch im Oktober von Sättigung und guten Raffinierlöhnen gekennzeichnet. Nach Angaben von „American Metal Market“ übersteigt auch in den USA aktuell weiterhin das Angebot die Nachfrage und entsprechend verlängern sich die Lieferzeitpunkte bis zum Teil in den Dezember oder Januar. Hier wird mit einem temporären Anstieg des Aufkommens durch die unwetterbedingten Zerstörungen gerechnet. In Europa ist im Hinblick auf Angebot und Nachfrage eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Sie wird u. a. getrieben durch stabile Kupferpreise und ein effizientes Recycling-System. Die Diskussion um chinesische Importbeschränkungen für bestimmte Schrottklassifikationen hält an, eine offizielle Stellungnahme der chinesischen Behörden ist jedoch weiterhin nicht erfolgt.

Produktion
Insgesamt wird davon ausgegangen, dass für die diesjährige globale Produktion von raffiniertem Kupfer mit einer stabilen Entwicklung zu rechnen ist. Viele Hütten sollen aktuell ausreichend mit Konzentraten versorgt sein. Auch die Schrottversorgung wird als gut betrachtet.

Bestände
Im Oktober haben Bestandveränderungen nur eine vergleichsweise geringe Rolle gespielt. Bei der LME ist es nach dem Anstieg des Vormonats zu einem leichten Bestandsrückgang für Kupfer gekommen. Dieser vollzog sich zwar in kleinen Sprüngen, aber kontinuierlich. Nach 302.000 t am Monatsanfang wurden Ende Oktober 275.000 t registriert. Darüber hinaus waren zuletzt etwa 116.000 t zur Auslieferung angemeldet (cancelled warrants). Bei der SHFE kam es zu keinen größeren Veränderungen. Der Kupferbestand stieg lediglich von 103.000 t auf 108.000 t an. Im Zolllager Shanghai kam es laut Schätzung von CRU zu einem Rückgang auf 460 t Ende Oktober.

von Aurubis

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