Wenn ein Hersteller ein relevantes Detail an einem Produkt variiert, dann möchte der Konsument das wissen. Etwa dass der Henkel zweier ansonsten identischer Becher anders gebogen ist. Wie im stationären Handel möchte der Verbraucher auch beim Einkauf am Computer oder per Smartphone solche Unterschiede erkennen und Waren eindeutig auswählen können. Deshalb muss ein Händler diese verschiedenen Variationen und Produktänderungen in jedem seiner Vertriebskanäle eindeutig und mit allen für die Kaufentscheidung wichtigen Informationen darstellen. Und die Hersteller müssen dafür die Grundlage schaffen.Wie aber gelingt es Händlern, Produkte auch im Omnichannel Commerce eindeutig und mit allen für die Kaufentscheidung erforderlichen Informationen darzustellen? Wie schaffen Hersteller die Grundlage, damit der Handel die zahlreichen Angaben dem richtigen Produkt zuordnen kann? Die Lösung sind eindeutige, standardisierte Artikel-nummern. Das weltweite GS1 Netzwerk, bekannt durch Standards und Lösungen rund um den EAN-Barcode, hat dazu gemeinsam mit Industrie und Handel die Vergaberegeln für die globale Artikelnummer GTIN vereinfacht und in den „GS1 GTIN Management Standard“ gegossen.
Dazu Christian Przybilla, Abteilungsleiter Standards + Products bei GS1 Germany: „Der Standard ist ab sofort verfügbar und kann von Kunden, die bereits die GTIN-Vergaberegeln umsetzen, nahtlos überführt werden. Anpassungen an Prozesse, Systeme oder Prüfroutinen sind aller Wahrscheinlichkeit nach nicht erforderlich. Im Gegenteil, der Handel und seine Partner werden von einem intuitiveren GTIN Management profitieren. Sie können Produkte nun müheloser eindeutig identifizieren und mit verbraucherrelevanten Informationen verknüpfen, über die verschiedensten Varianten hinweg und durch alle Kanäle.“
Das erreichten die Experten für Standardisierung entlang der Wertschöpfungskette vor allem, indem sie die bestehenden Richtlinien neu strukturierten, verdichteten und didaktisch über-arbeiteten. Sie trennten dafür die zehn Regeln, die die Vergabe einer neuer GTIN vorsehen von den übrigen 36, und clusterten inhaltlich gleichartige Regeln. Zudem modernisierten die Experten die Formulierungen, um die Entscheidungsprozesse bei der GTIN-Vergabe zu verkürzen sowie Reibungsverluste und Missverständnisse zwischen den Geschäftspartnern zu vermeiden.
Zusätzlich erleichtert ein neu geschaffenes Tool die Entscheidung, ob im Einzelfall eine neue GTIN erforderlich ist. Es handelt sich dabei um einen Fragebaum, der den Anwender schritt-weise zur richtigen Entscheidung leitet.

