Verkürzte Forderungslaufzeiten

Die Umfrageergebnisse und auch die aktuellen Daten des Creditreform Debitorenregisters (DRD) zeugen von verkürzten Forderungslaufzeiten, geringeren Zahlungsverzügen und einem dementsprechend reibungsloseren Zahlungsverkehr. Der Rückgang des Creditreform DRD-Index im Frühjahr erweist sich somit als eine kleine Delle. Der DRD-Index steigt von 72,8 Punkten im Herbst 2011 auf aktuell 73,2 Punkte. Dies entspricht einem Plus von 0,4 Zählern innerhalb eines Jahres.

Geld innerhalb der üblichen Zahlungsfristen
Mehr als jedes zweite der rund 4.000 von Creditreform befragten Unternehmen (53,6 Prozent) bewertet das Zahlungsverhalten der Kunden mit den Noten „gut“ oder „sehr gut“. Dies sind etwas weniger als vor einem Jahr, als sich noch 54,6 Prozent der befragten Betriebe zufrieden zeigten. Gleichzeitig sind 3,7 Prozent der befragten Unternehmen mit der Zahlungsmoral der Kundschaft überhaupt nicht zufrieden. Im vergangenen Jahr vergaben ebenso viele Betriebe die Noten „mangelhaft“ und „ungenügend“.

Im vergangenen halben Jahr erhielten mehr Lieferanten und Kreditgeber ihr Geld innerhalb der üblichen Zahlungsfristen. 79,0 Prozent der Befragten melden, dass die Rechnungen nach spätestens 30 Tagen beglichen werden. Im Vorjahr mussten sich die Betriebe noch etwas länger gedulden, bis die offenen Rechnungen bezahlt wurden: Damals verzeich-neten 78,4 Prozent einen pünktlichen Zahlungseingang. Zudem sind die Unterschiede im Zahlungsverhalten zwischen privaten oder gewerblichen Kunden und öffentlichen Auftraggebern im Herbst 2012 kleiner geworden.

Zahlungsverzugsdauer rückläufig
Die gewichtete Überfälligkeit ist zurückgegangen. Bis zur Begleichung einer Rechnung lassen die Unternehmen weniger Zeit vergehen als vor Jahresfrist. Im Durchschnitt bezahlen die Betriebe ihre überfälligen Rechnungen mit einem Zahlungsverzug von 12,33 Tagen und damit 0,41 Tage schneller, als im Herbst 2011 als es noch 12,74 Tage waren.
Der Umfang und die Höhe der Forderungsausfälle haben binnen Jahresfrist angezogen. Mussten im Herbst 2011 noch 9,0 Prozent der Unternehmen nennenswerte Forde-rungsverluste in Höhe von mehr als einem Prozent ihres Jahresumsatzes hinnehmen, sind es in diesem Herbst 9,2 Prozent. Zur gleichen Zeit ging der Anteil der Betriebe zu-rück, die in den letzten Monaten von uneinbringlichen Außenständen verschont geblieben sind (19,8 Prozent; Vorjahr: 20,4 Prozent).

Abwärtsrisiken für das Zahlungsverhalten gestiegen
Der positive Trend beim DRD-Index dürfte in den nächsten Monaten an Dynamik verlieren. Die Abwärtsrisiken für die deutsche Wirtschaft und folglich für das Zahlungsverhalten sind in der letzten Zeit beträchtlich gestiegen. Die merklich zurückgestuften Wachstums-aussichten für Deutschland sowie die schwelende Schuldenkrise werden die Liquiditäts-lage des Unternehmenssektors vor große Herausforderungen stellen. Mit mehr Über-schreitungen der eingeräumten Zahlungsziele wird zu rechnen sein.

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