Beliebter: Elektrofahrzeuge mit großer Reichweite

Der Weltmarkt für Elektrofahrzeuge macht enorme Fortschritte, denn mittlerweile werden weltweit mehr als 55 Modelle angeboten. Derzeit sind mehr als 70 Prozent der auf dem Markt erhältlichen Modelle batteriebetriebene Elektrofahrzeuge (engl. battery electric vehicles; BEVs) und rund 25 Prozent Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge (engl. plug-in hybrid EVs; PHEVs). Dennoch wird sich die Anzahl der PHEVs wahrscheinlich in den nächsten drei bis vier Jahren erhöhen. Der Markt wird eine größere Nachfrage für Fahrzeuge mit großer Reichweite erfahren, mit denen Kunden die Reichweitenbegrenzung der herkömmlichen EVs aufheben können. Beim BMW i3 veranschaulicht die Umsatzaufteilung zwischen BEVs und Elektrofahrzeugen mit erweiterter Reichweite (eng. extended range EVs; eREVs) eindeutig diesen Trend.

Laut einer aktuellen Studie von Frost & Sullivan zum Weltmarkt für Elektrofahrzeuge im Jahr 2015 lag der Umsatz für Elektrofahrzeuge im Jahr 2014 bei 304.683 Einheiten und wird in 2015 voraussichtlich 466.407 Einheiten erreichen. Ende dieses Jahres wird Nordamerika auch weiterhin den Markt mit einem Anteil von 36 Prozent anführen, wobei Europa und China jeweils mit einem Anteil von 27 bzw. 24 Prozent folgen. Die Studie berücksichtigt PHEVs, BEVs, bauähnliche EVs und eREVs.

„Große EV-Original Equipment Manufacturer (OEMs) wie etwa BMW, Tesla und Daimler gehen davon aus, dass sie von Anreizen und Subventionen in China profitieren werden und haben damit klar vorgezeichnete Wachstumsstrategien, um sich fest auf dem Markt etablieren zu können“, sagt Frost & Sullivan Automotive & Transportation Senior Research Analyst, Herr Prajyot Sathe. „Da jedoch die Fördermittel in China jährlich um fünf Prozent verringert werden, versuchen manche OEMs alternative Technologien wie etwa Brennstoffzellenfahr-zeuge anzubieten, für die Anreize in Frage kommen.“

Obwohl der Markt für Elektrofahrzeuge in allen Regionen wächst, hat der Gesamtumsatz die Erwartungen der Automobilhersteller bisher nicht erfüllt. Automobilherstellern in Europa und Nordamerika ist es nicht gelungen, ihre Umsatzziele zu erreichen, vor allem deshalb, weil Endnutzer ein zurückhaltendes Kaufverhalten zeigen, das auf geringe Akzeptanz neuer Technologien, die lange Ladezeit für die Fahrzeuge und das fehlende Bewusstsein über die Vorteile von Elektrofahrzeugen zurückzuführen ist.

Auch wenn der Umsatz im US-amerikanischen Markt für Elektrofahrzeuge im Vergleich zu 2013 um 30 Prozent zugelegt hat, liegt die Zahl der PHEVs und EVs lediglich bei rund 162.000 und hat somit die Zielmarke von einer Million verkauften Einheiten im Jahr 2015 weit verfehlt. Im Zuge der Umsatzsteigerung versuchen Automobilhersteller die Energiedichte der Lithium-Ionen-Technologie zu verdoppeln, um die Reichweite der Elektrofahrzeuge zu verbessern.

„Um den Absatz weiter anzukurbeln, setzen EV-OEMs schwerpunktmäßig auf verbesserte Versorgung und erweitern mithilfe von Partnerschaften die EV-Ladenetzwerke“, bemerkt Herr Sathe. „Tesla baut hingegen ein proprietäres Superladenetzwerk auf und betreibt bereits mehr als 120 Stationen in den USA, 75 in Europa und 25 in Asien, wo sich die Anzahl der Ladestationen bis Ende dieses Jahres voraussichtlich verdoppeln wird.“

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