Wegen eines etwas freundlicheren weltwirtschaftlichen Umfelds ist der Commerzbank Frühindikator für die deutsche Wirtschaft (Early Bird) im Oktober leicht gestiegen. Er liegt aber weiter deutlich niedriger als zu Jahresbeginn. Dies spricht dafür, dass die bisher positiven Stimmungsindikatoren in den kommenden Monaten fallen und sich damit den zuletzt eher mäßigen „harten“ Daten anpassen werden (und nicht umgekehrt). Auf einen Einbruch von Ifo&Co deutet der Early Bird allerdings nicht.
In den vergangenen Monaten zeigen die Konjunkturindikatoren für Deutschland immer wieder das gleiche Muster: Die harten Daten enttäuschen und deuten eher auf eine schwächere Konjunktur, während die Stimmungsindikatoren – und hier insbesondere das Ifo-Geschäfts-klima – sich im Großen und Ganzen seitwärts bewegen und einen anhaltend starken Aufschwung signalisieren. Auf Dauer wird diese Diskrepanz wohl kaum bestehen bleiben, eine der beiden Gruppen muss sich der anderen anpassen.
Die Commerzbank geht davon aus, dass dies – eher ungewöhnlich – die Stimmungs-indikatoren sein werden. Denn der Commerzbank-Early Bird ist seit Anfang des Jahres recht deutlich gefallen, das Umfeld für die Konjunktur in Deutschland ist also nicht mehr so günstig wie damals. Ausschlaggebend hierfür waren der wieder etwas stärkere Euro und ein schlechteres weltwirtschaftliches Umfeld. In der Vergangenheit haben die Stimmungsindika-toren hierauf mit einer Verzögerung von einigen Monaten reagiert. Darum rechnet die Commerzbank weiterhin damit, dass der Ifo nach dem leichten Rücksetzer im Oktober in den kommenden Monaten im Trend weiter fallen wird.
Der leichte Anstieg des Early Bird im Oktober – Grund hierfür ist ein wieder etwas freund-licheres weltwirtschaftliches Umfeld, während sich der Rückenwind vom Devisenmarkt weiter verringert hat – spricht allerdings gegen einen kräftigen Rücksetzer des Ifo. Aus heutiger Sicht ist allenfalls mit einem Rückgang wie in der zweiten Jahreshälfte 2014 zu rechnen, der im Endeffekt „nur“ einen zwischenzeitlichen Durchhänger der Konjunktur und kein Ende des Aufschwungs signalisierte. An den Finanzmärkten hinterließ dieser Rückgang aber zeitweise sichtbare Spuren und trug mit dazu bei, dass die EZB ihre Geldpolitik weiter lockerte.

