Die Mutter der modernen Kabeleinführung wird 50

Pflitsch_UniDichtDas UNI Dicht-System von PFLITSCH wird in diesem Jahr 50 Jahre alt und gilt bis heute als der Wegbereiter der modernen Kabelverschraubung. Auf der HANNOVER MESSE wurde das Jubiläumsjahr offiziell eingeläutet. „Gutes hat Bestand“, freute sich Harald Pflitsch, Geschäfts-führer von PFLITSCH, als er im Beisein der nächsten Unternehmer-Generation die Jubiläumstorte auf der HANNOVER MESSE anschnitt. „Wer hätte vor 50 Jahren ahnen können, dass unsere UNI Dicht bis heute Maßstäbe bei den industriellen Kabeleinführungen setzt.“

Es war Anfang der 1960er Jahre, als sein Onkel Otto Pflitsch (1928 – 2002) und dessen Team nach einer Alternative zu den damals üblichen Stopfbuchsen suchte, die aufwendig und wartungsintensiv verkittet wurden, um für eine halbwegs dichte Kabeleinführung zu sorgen. Von Zugentlastung konnte gar keine Rede sein.

Gummiring statt Kitt
Zunächst verwendete Otto Pflitsch einen flexiblen Gummiring, der in der Messing-Stopf-buchse beim Anziehen einer Überwurfmutter zwischen zwei Unterlegscheiben so gequetscht wurde, dass sich der Spalt zum durchgeführten Kabel schloss. Diese erste moderne Kabel-verschraubung „Opeco“ wurde schnell zum Erfolg. Doch die neuen, zukunftsweisenden PFLITSCH-Kabeleinführungen sollten weitere Pluspunkte haben wie Vollisolation des Kabels in der Durchführung, eine sehr hohe Dichtigkeit und Zugentlastung.

1965 läutete die Geburtsstunde des PFLITSCH-Systems UNI Dicht: Mit dieser Kabelver-schraubung aus Messing begann eine Entwicklung, die bis heute in tausenden Anwendungen überall auf der Welt im Einsatz ist. Neuartige PVC-Dichtungen sorgten erstmals für die perfekte Abdichtung zum Kabel hin. 1966 krönte das Deutsche Patentamt in München die PFLITSCH-Entwicklungsarbeit: Unter der Patentnummer 1 263 134 wurde der Urvater der modernen Kabelverschraubungen technisch beschrieben und geschützt. Dieses sechseckige Bauteil mit dem damals gängigen Panzergewinde (Pg) sollte bald schon seinen internatio-nalen Siegeszug antreten.

Das System UNI Dicht – weltweit bewährt
Die neuen PFLITSCH-Kabelverschraubungen mit ihren unverlierbaren Dichtungen, die Verarbeitung von weichen Kunststoffen zu Dichteinsätzen und das Baukastensystem stießen im In- und Ausland auf großes Interesse, z. B. bei Automobilherstellern und Maschinen-bauern. Unter Harald Pflitsch gelang es, entsprechende Werkzeuge für die Kunststoff-Verarbeitung zu realisieren, z. B. Spritzwerkzeuge für die speziellen PFLITSCH-PVC-Dichteinsätze, die in die Verschraubungskörper aus Messing und Trogamid passten.

Änderten sich Kabelquerschnitte, konnte der Anwender den bestehenden Kabelverschrau-bungskörper einfach mit einem passenden Dichteinsatz ausstatten. Auch die Kombinations-möglichkeit mit Schläuchen zum mechanischen Schutz von Kabeln wurde im PFLITSCH-System bald realisiert.

Problemlösungen aus dem Systembaukasten
Aus diesen Grundideen von Otto Pflitsch wurden eine Vielzahl von Produktlösungen entwickelt, immer wieder angestoßen durch neue Kundenanforderungen wie spezielle Kabelquerschnitte und -formen, die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), länder-spezifische Gewinde oder die Führung von konfektionierten Kabeln.

UNI Dicht erfüllt mit seiner Typenvielfalt alle Anforderungen der EN 50 262 und relevanten internationalen Richtlinien für Kabel- und Leitungseinführungen. Das Einführen von Flach- und Sonderkabeln oder konfektionierten Kabeln durch geteilte Dichteinsätze oder von mehreren Leitungen durch eine Mehrfach-Kabelverschraubung sind ebenso realisiert wie Winkel- und Flansch-Verschraubungen.

Auch die Dichteinsätze von UNI Dicht sind etwas Besonderes: Sie werden heute aus hoch-wertigem, thermoplastischen Elastomer (TPE) hergestellt, das resistent gegen viele Chemikalien ist und eine verbesserte Zugentlastung bringt. Über die Auswahl des Dichtein-satzes entscheidet der Einsatzfall. Der UNI-Farbcode erleichtert dabei dem Anwender die Zuordnung des Dichteinsatzes zum Kabeldurchmesser: So sind z. B. Dichteinsätze für 4 mm bis 6,5 mm Kabel gelb, für 7 mm bis 10,5 mm grün und für 20 mm bis 25 mm orange. Mit den transparenten Dichteinsätzen aus LSR-Silikon ist UNI Dicht einsetzbar bei Umgebungs-temperaturen von -60 °C bis +200 °C.

Die Erfolgsstory geht weiter
„Der Systembaukasten UNI Dicht birgt ein hohes Entwicklungspotenzial, sodass stetig neue, praxisorientierte Varianten hinzukommen“, sagt Harald Pflitsch. Heute gibt es die Kabelver-schraubungen in den Größen M4 für ganz dünne Kabel – erstmals vorgestellt auf der dies-jährigen HANNOVER MESSE – bis zur M120 für dicke Energieleitungen. Die Verschrau-bungskörper sind verfügbar in den Metallen Messing, Zink, Edelstahl, Aluminium und in den Kunststoffen PVDF und PA 6(3). „Damit ist unser System an Vielfalt nicht zu toppen.“

Mit UNI FLANSCH und UNI Split Gland hat PFLITSCH jüngst teilbare Kabelverschrau-bungssysteme entwickelt, damit auch konfektionierte Kabel einfach, sicher und montage-freundlich in Gehäuse eingeführt und abgedichtet werden können. Die nächste Unternehmer-Generation im Hause PFLITSCH mit Roland Lenzing und Mathias Stendtke hat ein neues Segment in den Fokus genommen: „Mit der neuen UNI Dicht 2M sprechen wir besonders diejenigen Kunden an, die Kabelverschraubungen in hohen Stückzahlen verbauen und dennoch hohe Ansprüche an Dichtigkeit und Langlebigkeit stellen.“ Die UNI Dicht-Erfolgs-story wird also weiter geschrieben.

Bild: UNI Dicht-System von PFLITSCH wird in diesem Jahr 50 Jahre alt, Foto: PFLITSCH

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