Dynamic Discounting für die Beschaffung

Digitale Zahlungsabwicklung und Dynamic Discounting im Einkauf bringen Wettbewerbsvorteile und erhöhen die Wertschöpfung. Jedes Finanzjahr beginnt mit guten Vorsätzen. Nach Ende des ersten Quartals wird es dann Zeit, die Fortschritte zu überprüfen. Wurden alle Rechnungen pünktlich oder wegen langer Durchlaufzeiten eher zu spät gezahlt? Mussten Zahlungsziele verlängert werden? Wie viele Beschwerden gab es wegen Zahlungsverzögerungen von Lieferanten? Haben diese eventuell zu Kapitalengpässen bei Lieferanten oder einem Lieferantenwechsel geführt? Wie viele Rechnungen mussten manuell in den Bereichen Beschaffung und/oder Buchhaltung bearbeitet werden? Wie viele Personen beschäftigen sich im Back Office mit diesen Aufgaben?

Divergierende Ziele
Die meisten Einkäufer versuchen, Zahlungen so weit wie möglich hinaus zu zögern. Die meisten Lieferanten möchten so schnell wie möglich bezahlt werden. Eine schlechte Zahlungsmoral kann selbst gesunde Betriebe in ihrer Existenz gefährden. Ein Kompromiss ist nicht immer leicht zu finden. Aber viele Lieferanten sind bei einer Zahlung innerhalb von beispielsweise zehn Tagen bereit, 2-3% Skonto zu gewähren, wenn das Zahlungsziel normalerweise 30 Tage ist und immer mehr Kunden effektiv erst nach 90 Tagen zahlen.

In vielen Fällen können Firmen solche Skonti-Angebote allerdings nicht wahrnehmen, weil ihre Backoffice-Prozesse zu schwerfällig sind und die Rechnungsabwicklung 20 Tage oder mehr dauert. Da stellt sich die Frage, könnte durch Reorganisation, Investitionen und Automatisierung die Situation verbessert und gleichzeitig Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen erzielt werden?
Bisher verfügen nur circa 20% aller international tätigen Grossfirmen über einen automatisierten Zahlungslauf. Die effizientesten Unternehmen benötigen durchschnittlich 4 Tage für die Bearbeitung eingehender Rechnungen bis zur Bezahlung, der Durchschnitt 30 Tage, laut Erhebungen der grossen Wirtschaftsprüfer. Weniger als 26% benutzen eine e-Invoicing-Software, noch weniger eine integrierte Supply-Chain-Finance (SCF)-Lösung.

Kosten sparen und Effizienz steigern
Mit der Einführung von e-Invoicing und einer automatisierten Rechnungsbearbeitung, d.h. mit Hilfe einer integrierten SCF-Lösung, lassen sich jedoch die Durchlaufzeiten im Rechnungswesen deutlich verkürzen. So können Unternehmen von Skonti profitieren – wenn sie das möchten. Darüber hinaus ist es möglich, im Einkauf zum Teil deutlich günstigere Konditionen auszuhandeln, wenn kurze Zahlungsfristen vereinbart werden.

Durch eine moderne Netzwerk-Technologie, wie sie beispielsweise Tradeshift Pay einsetzt, können Lieferanten- und Käufer-Ökosysteme weltweit verbunden und auch Banken eingebunden werden. Ganz nebenbei bringt die Automatisierung auch noch Personaleinsparungen.
Für Unternehmen die Skonti auf alle Eingangsrechnungen erhalten, ergeben sich signifikanten Einsparungen und höhere Gewinnmargen, die vor allem angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfelds und vermehrt höheren Gebühren im Finanzmarkt interessant sind. Aber auch mehr Transparenz, Imagegewinn sowie langfristig, stabile Partnerschaften mit Lieferanten sind als positive Nebeneffekte nicht zu unterschätzen.

Die Vorteile für Lieferanten liegen ebenso klar auf der Hand. Wichtiger als die Marge ist ein positiver Cashflow. Dieser garantiert Handlungsfähigkeit und finanzielle Stabilität. Insbesondere junge Unternehmen in der Asien-Pazifik-Region leiden oft an Kapitalengpässen und sind für schnelle Zahlungen dankbar.

So funktioniert Tradeshift Pay
Tradeshift Pay nutzt eine Cloud-basierte, offene Netzwerk-Plattform, um Lieferanten und Käufer weltweit miteinander zu verbinden. Mit eingebunden sind einige Vertragsbanken. Die Käufer können angeben, wie viel Kapital für Frühzahlungen zur Verfügung steht und welche Rendite sie erreichen möchten. Lieferanten können ihrerseits Skontostaffelungen anbieten. Gemeinsam werden dann die Skonti festgelegt, die bei früher Zahlung automatisiert angewendet werden. Rechnungen werden nur noch elektronisch versandt und empfangen. Eingehende Rechnungen werden automatisiert mit den Vertragskonditionen verglichen und nach positiver Prüfung zur Zahlung frei gegeben. Käufer können von Rechnung zu Rechnung entscheiden, ob sie diese zur Frühzahlung freigeben wollen. Und ebenso kann der Lieferant rechnungsweise eine Frühzahlung beantragen.

Der gesamte Finanzprozess wird elektronisch, bedarfsgerecht und speditiv abgewickelt. Tradeshift® Pay kann in ERP-Systeme eingebettet oder als Stand-alone eingesetzt werden. Der Roll-out braucht keine langen Vorlaufzeiten. Tradeshift bietet garantierte Onboarding-Raten für Lieferanten (z.B. 50% innerhalb von 12 Monaten). Das Onboarding und die Nutzung von Tradeshift Pay ist für diese kostenlos. Die Nutzung der App ist intuitiv.

von Thomas Kofler, Account Executive Schweiz, Tradeshift

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