Einkäufer-Berufsbild wandelt sich grundlegend

Die wachsende Bedeutung von Einkauf und Supply Chain Management in einer global vernetzten Wirtschaft sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken waren am Mittwoch zentrales Thema des Eröffnungsplenums auf dem 51. BME-Symposium Einkauf und Logistik in Berlin. Europas größter Einkäufergipfel bietet mehr als 2.000 Teilnehmern bis Freitag unter dem Motto „Agenda 2030: Agil und vernetzt“ eine Plattform für die Diskussion innovativer Beschaffungsstrategien.

„Um eine Vorstellung von der Zukunft zu bekommen, müssen wir aus eingefahrenen Mustern ausbrechen und ‚out of the Box‘ denken“, betonte Horst Wiedmann, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), in seiner Eröffnungsrede. Nur so ließen sich die vom Internet der Dinge ausgehenden Vorteile nutzen. Die Digitalisierung der Wirtschaft schaffe gänzlich neue Geschäftsmodelle, erschließe neue Absatzmärkte und ermögliche neue Business-Partnerschaften. Industrie 4.0 bringe zudem neue Produkte hervor, revolutioniere die Arbeitsprozesse in den Unternehmen und werde laut Wiedmann „sowohl unsere Arbeitsinhalte als auch das Arbeitsfeld massiv verändern. Und diese Zukunft hat schon begonnen.“ So würden bereits heute aus alltäglichen Gegenständen vernetzte „Smart Devices“. Diese Veränderung finde vor allem in der Industrie statt.

Unter den Schlagworten „Industrie 4.0“ und „Supply Chain 4.0” verfolge die Wirtschaft die Automatisierung der Produktion und deren Verknüpfung mit allen anderen unternehmens-internen und -externen Bereichen. Es entstünden mit den sogenannten Smart Factories vernetzte, selbst denkende und lenkende Fabriken. Maschinen und Produkte kommunizierten künftig miteinander in Echtzeit. Aus diesen Informationen werden Wiedmann zufolge „Handlungsempfehlungen generiert und automatisiert ausgeführt. Dadurch wandelt sich auch das Supply Chain Management grundlegend.“

Aber auch der „Einkauf 4.0“ werde künftig vor vollkommen anderen Anforderungen stehen. Operative Einkaufsprozesse würden nahezu komplett digitalisiert. Der strategische Einkauf steuere und überwache diese Prozesse. Damit wandle sich das Berufsbild des Einkäufers grundlegend. Er werde zum digitalen Schnittstellenmanager nach innen und außen. „All dies bedeutet einen fundamentalen Wandel unserer Rollen und Aufgaben als Einkaufs- und Supply-Chain-Verantwortliche mit gänzlich neuen Herausforderungen“, so Wiedmann abschließend.

Die Teilnehmer des diesjährigen BME-Symposiums können sich drei Tage lang in mehreren Plenen, Solution Foren, Fachkonferenzen und Workshops über die aktuellen Megatrends in Einkauf, Logistik und Supply Chain Management informieren. Dazu zählen unter anderem die Themen „Volatile Märkte und dynamische technologische Entwicklungen“, Best-Practice-Strategien zur optimalen Steuerung von Rohstoffpreisrisiken sowie effektives Lieferanten-management in ausländischen Beschaffungsmärkten.

Ein weiteres Highlight ist die Verleihung des diesjährigen BME-Innovationspreises am Mittwochabend. Das 51. BME-Symposium Einkauf und Logistik geht am Freitag mit der Abschluss-Keynote von Dr. Bernd Martens, Vorstandsmitglied der Audi AG, zu Ende.
Thema seines Vortrages ist „Die Zukunft der Mobilität: Neue Herausforderungen für die Beschaffung“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.