Die Einkaufspreise bei Strom und Gas blieben für Industrie- und Gewerbebetriebe auch im März auf niedrigem Niveau. Für den aktuellen ISPEX-Energiepreisindex werteten die Experten von ISPEX über 1.700 in Ausschreibungen und Auktionen abgegebene Angebote für Strom und Gas aus. Die Analyse ergab, dass die Angebote der Energielieferanten im März für Industrie- und Großkunden einen durchschnittlichen Strompreis von 2,54 Cent je Kilowatt-stunde und einen Gaspreis von 1,57 Cent je Kilowattstunde enthielten. Der momentan steigende Rohölpreis trägt weiter zu einer Stabilisierung bei den Energiepreisen an den Handelsplätzen bei.
Strompreis bleibt nahezu konstant
Die Stromnotierungen an den Energiebörsen steigen seit Mitte Februar kontinuierlich an. Den-noch liegt das Preisniveau weiterhin sehr niedrig. Der durchschnittlich gebotene Preis für Vollversorgungsverträge für Gewerbe und Industrie lag im März bei 2,54 Cent je Kilowatt-stunde und damit sogar noch 0,02 Cent je Kilowattstunde niedriger als im Februar.
„Das weiter niedrige Preisniveau nutzten im März auffallend viele Unternehmen, um sich mit günstigen Vollversorgungsverträgen zur Stromlieferung in den kommenden Jahren einzu-decken“, analysiert Stefan Arnold, Vorstandsvorsitzender der ISPEX AG, die Marktent-wicklung. „Auch wenn das derzeitige Preisniveau der Lieferjahre 2018 und 2019 an der Energiebörse recht deutlich unter demjenigen des Jahres 2017 liegt, müssen die Argumente für die Beschaffung für mehrere Jahre im Voraus gut abgewogen werden“, so Arnold.
Bei fallenden Preisen können Unternehmen beim Abschluss von Energielieferverträgen mit nur kurzer Laufzeit das jeweils noch etwas niedrigere Preisniveau nutzen. In der momentanen Marktlage erscheint eine Beschaffung für die Jahre 2017 und 2018 durchaus vertretbar, da die Kosten für die reine Stromlieferung stark gesunken sind und daher etwas an Bedeutung eingebüßt haben. Allerdings stünden die Anzeichen derzeit eher für stabile und in den kommenden Wochen eher leicht steigende Strompreise, so Arnold in seiner Analyse. „In jedem Fall sollten Großabnehmer, die in Teilmengen beschaffen, derzeit darüber nach-denken, Positionen zu schließen und sich günstige Börsenpreise zu sichern“, rät Stefan Arnold.
Gaspreise für Unternehmenskunden weiter sehr günstig
Der ISPEX-Gaspreisindex wird als Durchschnittswert der jeweils besten in Ausschreibungen und Auktionen von den teilnehmenden Lieferanten abgegebenen Angebote ermittelt und lag im März zum dritten Mal in Folge unter 1,60 Cent je Kilowattstunde. Industriekunden erhielten im März Gaslieferangebote mit durchschnittlich 1,57 Cent je Kilowattstunde, also 0,03 Cent je Kilowattstunde höher als noch im Februar.
Dennoch sind die Rahmenbedingungen für den Abschluss von Gaslieferverträgen weiterhin als sehr gut zu bewerten. Das gilt auch für die Schließung von Positionen im Falle einer Beschaffungsstrategie mit Teilmengen. Allerdings sollten die Unternehmen auch hier auf die langfristige Entwicklung des Marktes achten.
„Großverbraucher sollten kurzfristige Verträge abschließen, statt auf langfristige Verträge mit Festpreisen zu setzen“, rät Energieexperte Arnold. Darüber hinaus sei es ratsam, den Markt genau zu beobachten und eventuell mehrjährige Rahmenverträge auszuhandeln, die es zulassen, einzelne Positionen schrittweise zu schließen und damit Teilmengen entlang fallender Großhandelspreise zu kaufen. „Für diese Vorgehensweise sprechen sowohl die Erfahrungen der vergangenen Monate und Jahre als auch die derzeitige Marktentwicklung“, so Arnold. Letzteres sei vor allem deshalb ratsam, da die Gaspreise an den internationalen Handelsplätzen zuletzt bereits wieder gefallen sind und weitere Preissenkungen durchaus wahrscheinlich erscheinen.

