Industrieservice: Impulse durch Digitalisierung

Der Markt für Industrieservice in Deutschland hat sich in 2016 unterschiedlich entwickelt. Die Lünendonk & Hossenfelder GmbH ermittelte ein Wachstum von 2,0 Prozent für alle in 2017 analysierten Unternehmen. Diese Entwicklung ist überwiegend durch die kleineren Dienstleister geprägt. Die 20 führenden Dienstleister des seit Juli verfügbaren Anbieter-Rankings (Lünendonk-Liste) steigerten die Leistung um 1,2 Prozent gegenüber 2015. Mit einem Umsatzrückgang von 2,6 Prozent wiesen die Top 10 im Durchschnitt die schwächste Entwicklung der analysierten Studienteilnehmer auf.

Von der Umsatzentwicklung losgelöst ist die Stimmung unter den Studienteilnehmern positiv. Sie erwarten für die kommenden Jahre stabile Wachstumsraten zwischen 3 und 4 Prozent, sehen eine zunehmende Fremdvergaberate und erwarten eine steigende Nachfrage nach gebündelten Dienstleistungen mit Service-Management durch die Anbieter.

Das sind Ergebnisse der Lünendonk-Studie „Führende Industrieservice-Unternehmen in Deutschland“, die 2017 zum neunten Mal erscheint.

Neue Marktdynamik
Der Industrieservice-Markt ist in Bewegung. Mit Anlagenbauern, Instandhaltungsgesell-schaften von Industrieparkbetreibern sowie mit Allianzen drängen derzeit drei neue Anbietertypen in den Markt. Das Engagement von Private-Equity-Investoren sowie eine zunehmende Aktivität von Beratungsgesellschaften sorgen ebenfalls für zunehmende Dynamik. Parallel hierzu verändert sich die Nachfrage der Auftraggeber.

Wachstumspotenziale sehen die Dienstleister in der Anpassung der Instandhaltung für die Industrie 4.0 sowie in Beratungsleistungen, insbesondere zu Instandhaltungskonzepten sowie in den Feldern Logistik und After Sales.

„Das neue Angebot trägt zur Weiterentwicklung des Industrieservice in Deutschland bei. Ob und welche Impulse sich letztendlich durchsetzen, bleibt indes abzuwarten. Mit den Anforderungen der Kunden verändert sich auch das Angebot. So heterogen wie die Anforderungen der Auftraggeber ist auch die Marktstruktur in Deutschland. Ein stärkerer Industrieservice steigert die Flexibilität der deutschen Industrie und ist insbesondere angesichts des demografischen Wandels ein Wettbewerbsvorteil“, kommentiert Lünendonk-Consultant Thomas Ball.

Marktvolumen beträgt 30 Milliarden Euro pro Jahr
Die Beratungsgesellschaft TME Associates aus München schätzt das Marktvolumen für Industrieservice in Deutschland auf über 30 Milliarden Euro pro Jahr – hergeleitet von Service-Umsätzen der Anbieter in Deutschland sowie Instandhaltungsausgaben der Industrieunternehmen und Lebenszykluskosten im Anlagenbetrieb. Dazu Studienautor Thomas Ball: „Wir freuen uns über die Kooperation mit TME. Die analytische Herleitung des Marktvolumens für Industrieservice bereichert die Lünendonk-Studie und trägt dazu bei, zusätzliche Transparenz in einen heterogenen Markt zu bringen.“

Die Berechnung von TME wird ergänzt von der subjektiven Einschätzung der Anbieter, die das Marktvolumen auf rund 20 Milliarden Euro am externen Markt sowie weitere 18 Milliarden Euro captiv taxieren. Der Branchenverband WVIS geht ebenfalls von einem Marktvolumen von über 20 Milliarden Euro aus.

Inhalt der Studie
Die neunte Auflage der Lünendonk-Studie zum Industrieservice-Markt in Deutschland enthält wesentliche Marktstrukturdaten zu Umsatz- und Mitarbeiterentwicklungen, Langzeitanalysen, Leistungsspektren, Kundensektoren, Pro-Kopf-Umsätzen und zur EBIT-Lage. Diese werden ergänzt durch die Einschätzungen der führenden Anbieter zu aktuellen Themen und Trends. In einem Sonderkapitel befasst sich die Studie mit der Auswirkung der Digitalisierung auf den Industrieservice-Markt. Bezogen auf das von TME ermittelte Marktvolumen von 30 Milliarden Euro generieren die Studienteilnehmer 7,4 Milliarden Euro in Deutschland oder rund 24 Prozent des gesamten Marktvolumens.

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