Länder-Ranking der Resilienz globaler Lieferketten

FM Global, einer der weltweit führenden Industrieversicherer, veröffentlicht die zweite Ausgabe des FM Global Resilience Index. Es ist das erste interaktive Online-Tool seiner Art, das 130 Länder anhand ihrer Anfälligkeit für Lieferkettenunterbrechungen vergleicht. Norwegen, die Schweiz und die Niederlande finden sich an der Spitze des diesjährigen Rankings, Mauretanien, Kirgisistan und Venezuela bilden die Schlusslichter.

Aktuelle Entwicklungen spiegeln sich im Ranking wider: Unternehmen, die eine Auswei-tung ihrer Lieferketten beispielsweise in der Ukraine in Betracht ziehen, stehen aufgrund des Konflikts mit dem Nachbarland Russland großen Herausforderungen gegenüber. Ähnliches trifft auch auf Thailand zu, obwohl die verheerenden Überschwemmungen, von denen der beliebte Produktionsstandort betroffen war, bereits einige Jahre zurückliegen.

Herausforderungen für die Ukraine und Thailand
Im diesjährigen FM Global Resilience Index hat die Ukraine 31 Plätze verloren und liegt nun auf dem 107. Platz. Dies ist der größte Rückgang im Vorjahresvergleich und unmittelbar auf die militärische Intervention Russlands in der Ukraine zurückzuführen. Das zunehmende politische Risiko und die geschwächte Infrastruktur sind die Hauptfaktoren, die sich negativ auf die Platzierung der Ukraine auswirken.

Thailand, eine der weltweit führenden Exportnationen, verschlechtert sich um 20 Plätze auf Platz 82 der insgesamt 130 bewerteten Länder und Gebiete. Dieser Rang spiegelt insbe-sondere die weniger günstige Bewertung der Infrastruktur des Landes (z. B. in den Berei-chen Transport, Telekommunikation und Energie) sowie eine Abnahme der politischen Stabilität und der Qualität des Risikomanagements bei Feuerrisiken wider. Durch diese Faktoren werden die negativen Folgen der Überschwemmungen, von denen Thailand 2011 betroffen war und die weltweit Sach- und Betriebsunterbrechungsschäden in Höhe von geschätzten 45 Milliarden US-Dollar verursacht haben, weiter verstärkt.

Positive Entwicklungen in Taiwan und Rumänien
Für Taiwan sind dagegen gute Nachrichten zu vermelden. Das Land kann im jährlichen Ranking eine deutliche Verbesserung um 52 Plätze auf Rang 37 und somit einen stärkeren Aufstieg als jedes andere Land verzeichnen. Dies ist insbesondere auf eine erhebliche Verbesserung des Risikomanagements des Landes, sowohl bei Elementar- als auch bei Feuerrisiken, zurückzuführen.

Auch Rumänien, eine für deutsche Unternehmen beliebte Outsourcing-Nation, verbessert sich im diesjährigen Ranking erheblich um 25 Plätze und belegt nun Platz 86. Insbeson-dere der Ausbau der dortigen Infrastruktur sowie die konsequente Verbesserungen der Risikoqualität lokaler Zulieferer haben für diesen Aufschwung gesorgt.

Deutschland belegt unverändert Platz 6 im Ranking, mit 91,1 von insgesamt 100 Punkten. Die beste Platzierung erhält Deutschland in der Kategorie Lieferkette und erlangt hier den 5. Rang hinter der Schweiz, Japan, den Niederlanden und Finnland. Deutschland hat dies vor allem seiner guten Infrastruktur und der herausragenden Qualität seiner lokalen Zulieferer zu verdanken. Dennoch herrscht in Bezug auf Feuerrisiken noch Optimierungspotenzial, hier belegt Deutschland nur Platz 40.

Top 10 – Länder mit der höchsten Resilienz gegenüber Lieferkettenunterbrechungen
1. Norwegen
2. Schweiz
3. Niederlande
4. Irland
5. Luxemburg
6. Deutschland
7. Katar
8. Kanada
9. Finnland
10. USA – Region 3 (Mitte)

Länder mit der geringsten Resilienz gegenüber Lieferkettenunterbrechungen
121. Tadschikistan
122. Ägypten
123. Pakistan
124. Jamaika
125. Honduras
126. Dominikanische Republik
127. Nicaragua
128. Mauretanien
129. Kirgisistan
130. Venezuela

Das von der Analyse- und Beratungsfirma Oxford Metrica im Auftrag von FM Global durch-geführte jährliche Ranking soll dazu dienen, die Diskussion über Lieferkettenrisiken anzustoßen und Entscheider im Hinblick auf mögliche Folgen zu sensibilisieren. Dazu werden neun Treiber, die sich auf die Resilienz von Lieferketten auswirken, zu drei Faktoren zusammengefasst: Wirtschaft, Risikoqualität und die Lieferkette selbst. Die gleichmäßig gewichteten Daten stammen aus unabhängigen Quellen wie u.a. dem Internationalen Währungsfond, der Weltbank und dem Weltwirtschaftsforum sowie der FM Global RiskMark Analyse, mit der die Risikoqualität von mehr als 100.000 bei FM Global versicherten Industriebetrieben weltweit gemessen wird.

„Wenn Unternehmen Länder und Lieferketten nicht nach ihrer Resilienz beurteilen, kann das langfristig negative Folgen für das eigene Unternehmen haben“, sagt Achim Hillgraf, Hauptbevollmächtigter von FM Global in Deutschland. „Denn werden Lieferketten unter-brochen, kann es schwierig bis unmöglich sein, seinen Marktanteil, seine Ertragskraft und die gute Reputation zurückzuerlangen. Der FM Global Resilience Index gibt Führungskräften eine diesbezügliche Orientierung und kann ihnen dabei helfen, intelligente Entscheidungen bezüglich der Standorte von globalen Zulieferern zu treffen und somit den eigenen Geschäfts-betrieb ungestört aufrechtzuerhalten.“

Link zum interaktiven Resilience Index: www.fmglobal.com/resilienceindex

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