Marktreife in den Facility Services nimmt zu

Der Markt für Facility Services (FS) in Deutschland wuchs in 2016 um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt nun bei 52,6 Milliarden Euro. Bereinigt um die Sondereffekte aus 2015 ist dies der stärkste Anstieg, seit Lünendonk das Marktvolumen berechnet. Unter Berück-sichtigung der unternehmensinternen (captiven) Umsätze erreicht das Marktvolumen 60,0 Milliarden Euro (2015: 57,8 Mrd. Euro). Der Zuwachs wurde in Summe ausschließlich am externen Markt erzielt. Getrieben wird das Marktwachstum durch die gute Konjunktur sowie die steigende Nachfrage nach gebündelten Facility Services.

Dies sind Ergebnisse der Lünendonk-Studie 2017 „Facility-Service-Unternehmen in Deutschland“, die in diesem Jahr in der vierzehnten Auflage erscheint. Die Studienteilnehmer generieren 30 Prozent des Marktvolumens.

Veränderte Kundennachfragen treiben Marktentwicklung
Der FS-Markt befindet sich in einer Konsolidierungsphase: Mit Ausnahme der Sonder-konjunktur durch die Betreuung von Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge in 2015, von der mittelgroße und kleine Anbieter stärker profitierten als die führenden Dienstleister, erwirtschaften die Top 10 (2016: +5,9%) und die Top 25 (2016: +5,2%) seit mehreren Jahren höhere Zuwachsraten als die folgenden Unternehmen. Die übrigen Anbieter jenseits der Top 25 generierten einen Umsatzanstieg von 4,8 Prozent. Die Zuwachsraten sind bereinigt um statistische Ausreißerwerte.

Getrieben ist die Marktentwicklung von einer steigenden Nachfrage nach gebündelten Services in Eigenleistung. Dieses veränderte Anforderungsprofil von Großunternehmen und Konzernen fördert Zukäufe und beschleunigt die Veränderung der Marktspitze hin zu Multi-dienstleistern mit einem breiteren Leistungsspektrum sowie einer höheren Flächenabdeckung in Deutschland.

„Der deutsche Facility-Service-Markt gewinnt an Reife. Es sind erste Anzeichen zu erkennen, dass sich die fragmentierte Marktstruktur hin zu wenigen großen Multidienstleistern sowie auf wenige Leistungen, Branchen und Regionen spezialisierte mittelgroße und kleine Anbieter wandelt“, kommentiert Thomas Ball, Senior Consultant bei Lünendonk und Studienautor. „Größte Herausforderung auf diesem Weg bleibt aber nach wie vor der Personalmangel. Automatisierung und Digitalisierung werden erst mittelfristig einen spürbaren Effekt auf den Markt haben und dazu beitragen, dass die Folgen des demografischen Wandels weniger gravierend für den Wirtschaftsstandort Deutschland sind.“

Sonderkapitel zu FM-nahen Services
Die aktuelle Lünendonk-Studie enthält erstmals ein Sonderkapitel zur Bedeutung von FM-nahen Services wie IT-Helpdesks oder innerbetriebliche Logistik. Dieses Dienstleistungs-angebot trägt dem zunehmenden Kundenwunsch Rechnung, die Anzahl der Dienstleister und Lieferanten zu reduzieren. Der Markt sieht hierin ein klares Wachstumsfeld, das oft von Auftraggebern in Eigenleistung erbracht oder an kleine Einzelgewerkeanbieter vergeben wird. Kein Studienteilnehmer erwartet, dass die Nachfrage nach FM-nahen Services in den kommenden Jahren sinken wird. Besonders die Top 10 sehen in einem erweiterten Leistungs-angebot jenseits der klassischen Gebäudedienstleistungen Potenzial, um ihren Kunden als umfassender Service-Partner zur Seite zu stehen.

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