Risk Management im Einkauf

Der Einkauf definiert seine Rolle im Unternehmen gerade neu: soziale Themen wie Nachhaltigkeit, Fair Trade, Eliminierung von Zwangsarbeit und Gleichberechtigung innerhalb der Supply Chain werden immer wichtiger. Demnach wird sich auch die Beziehung zu Lieferanten und Partnern verändern – sie wird von Transparenz, Vertrauen und Sicherheit geprägt sein. Rechtliche und ethische Eigenschaften der Lieferanten werden genauer unter die Lupe genommen und mit denen des eigenen Unternehmens abgeglichen. Denn Risiken in der Supply Chain haben enorme und oft nachhaltige Auswirkungen auf Unternehmen, darunter Lieferengpässe, Produktionsstopp, Gewinnverlust und nicht zuletzt Reputationsschäden. Risikomanagement ist mittlerweile zu einer umfassenden Aufgabe geworden, die über die eigenen Unternehmensgrenzen hinausgeht.

Probleme rechtzeitig identifizieren
Komplexe Produktionsprozesse, der steigende Digitalisierungsgrad sowie Innovationen entlang der Wertschöpfungskette binden Unternehmen stärker denn je an ihre Zulieferer. Schon der Ausfall eines einzigen Lieferanten kann Lieferengpässe oder sogar einen kompletten Produktionsstillstand verursachen – Verluste im Millionenbereich sind nicht unwahrscheinlich. Es ist für Organisationen deshalb überlebenswichtig, Probleme und Risiken rechtzeitig identifizieren, eliminieren und im besten Fall auch vorhersehen zu können.

Diverse internationale Normen und Vorschriften zeigen deutlich, dass die Transparenz über soziale und umweltbewusste Praktiken der Lieferanten heutzutage ein absolutes Muss ist. Der Druck von Außen über Analysten, Investoren und der allgemeinen Öffentlichkeit auf Unternehmen und deren Lieferanten ist spürbar. Sie erwarten Aufklärung darüber, wie sich Organisationen in sozialen Fragen und in Sachen Ökologie und Ethik verhalten. Das hat nicht zuletzt starke Auswirkungen auf die Kauf- und Kooperationsentscheidung.

Volle Transparenz über die Supply Chain
In der modernen digitalen Ökonomie ist es so einfach wie noch nie, fundierte Einblicke zu gewinnen. Sogar hochgradig komplexe, weltumspannende Lieferketten liegen jederzeit offen. Vorbei sind die Zeiten in denen man sich damit herausreden konnte, vom drohenden Kollaps eines Lieferanten oder Kunden nichts gewusst und auch nicht geahnt zu haben, z.B. dass ein heranrückender Hurrikan den Schiffsverkehr zum Erliegen bringt.

Beim Management ihrer globalen Lieferketten müssen Unternehmen Risiken antizipieren und geeignete Abhilfemaßnahmen entwickeln und ergreifen, bevor der wirtschaftliche Schaden eingetreten ist. Moderne Technologien helfen ihnen bei dieser Aufgabe.
Ein vorausschauendes, proaktives Risikomanagement ist eine Notwendigkeit für zukunftsorientierte Unternehmen.

Im privaten Bereich haben soziale Netzwerke die Art und Weise, wie wir Dinge einkaufen, teilen und konsumieren, von Grund auf verändert. In der Business-Welt machen Cloud-basierte Geschäftsnetzwerke die Abwicklung von Transaktionen mit einem Partner auf der anderen Seite des Erdballs ebenso einfach und transparent wie mit der Firma nebenan.

Es geht bei Geschäftsnetzwerken nicht nur um die einfache Verknüpfung von Firmen, Menschen und Prozessen. Die wahre Bedeutung liegt im Inneren, in all den Interaktionen, Transaktionen und Kommentaren und in den riesigen Mengen an unstrukturierten Daten, die sie hervorbringen. Käufer und Lieferanten gewinnen mit diesen Netzwerken ein neues Maß an Transparenz hinsichtlich der Fähigkeiten, Leistungen und sozialen wie ökologischen Praktiken ihrer Business-Partner und deren Partner.

Moderne Technologien analysieren fortlaufend und in Echtzeit Daten aus unzähligen Quellen, liefern tiefe Einblicke in die wirtschaftliche Lage eines Käufers und Lieferanten und lösen automatisch Warnhinweise aus, wenn unternehmerische, geografische oder rohstoffspezifische Risiken erkannt werden. Ausgestattet mit diesen Informationen, können Unternehmen zeitnahe, kontextbezogene Entscheidungen treffen, um Risiken effektiv zu managen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

So können sie z.B. über potenzielle Risiken in der nachgelagerten Supply Chain informiert werden, indem eine Fülle an Echtzeitdaten wie Zahlungsstatus, Verlust eines Schlüsselkunden, Schwankungen bei Rohstoffpreisen mit historischen Daten verknüpft und auf entsprechende Muster analysiert werden. Auf dieser Basis können dem Einkaufsprofi alternative Lieferanten genannt werden, die auf brancheninternen Bewertungen und dem Verhalten vergleichbarer Käufer in dem betreffenden Netzwerk beruhen.

Risiko mindern = Erfolg steigern
In der heutigen datengesteuerten Welt ist das zum Glück kein Hexenwerk. Der Einkauf hat das Potenzial tiefe Einblicke in die Schwachstellen der Lieferkette zu gewinnen und nachhaltiges Verhalten zu fördern ohne die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu beeinträchtigen. Cloud-basierte Netzwerke und die darauf aufbauenden Anwendungen ermöglichen Unternehmen eine umfassende Risikobewertung. Daten spielen dabei die zentrale Rolle, indem sie einen klaren und konsolidierten Unternehmensüberblick sicherstellen. Dank eines effektiven, datengestützten Risikomanagements haben Organisationen die Chance einen erheblichen Wettbewerbsvorteil zu gewinnen, die Lieferkette optimal auszubauen und ihre Reputation zu stärken, ohne negative Auswirkungen auf die Unternehmensleistung.

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