ZF Friedrichshafen übernimmt TRW Automotive

Die ZF Friedrichshafen AG und TRW Automotive Holdings Corp. haben eine Vereinbarung zur Übernahme von TRW durch ZF unterzeichnet. Das vereinte Unternehmen wird mit etwa 30 Milliarden Euro (rund 41 Milliarden US-Dollar) Gesamtumsatz und 138.000 Mitarbeitern zu den global führenden Automobilzulieferern zählen. Gemeinsam sind ZF und TRW hervorragend aufgestellt, um weltweit von den Megatrends in der Automobilindustrie zu profitieren.

Zusammenschluss zweier Technologieführer
Beide Unternehmen haben sich in stark wachsenden Segmenten etabliert, die von den Megatrends Kraftstoffeffizienz, erhöhte Sicherheitsanforderungen und autonomes Fahren profitieren. ZF ist ein Technologiekonzern in der Antriebs- und Fahrwerktechnik und TRW ein bedeutender Zulieferer von aktiver und passiver Sicherheitstechnik einschließlich modernster Fahrerassistenzsysteme. Beide Unternehmen können eine beeindruckende Erfolgsbilanz vorweisen, die auf hoher Produktqualität und kontinuierlichen Innovationen für ihre Kunden beruht.

Weltweit belaufen sich die gemeinsamen Investitionen in Forschung und Entwicklung (Gesamtaufwand für Engineering inklusive F&E, bezogen auf das Geschäftsjahr 2013) auf rund 1,5 Milliarden Euro (etwa 2,1 Milliarden US-Dollar), wodurch ZF eine weltweit führende Rolle in der Forschung und Entwicklung einnimmt.

Der Vorstandsvorsitzende von ZF, Dr. Stefan Sommer, erklärte: „TRW fügt sich hervorragend in unsere langfristige Strategie ein. Die Transaktion führt zwei erfolgreiche Unternehmen zusammen, die sich durch eine bemerkenswerte Innovations- und Wachstumsbilanz und eine solide Finanzlage auszeichnen. Wir verbessern unsere Zukunftsaussichten weiter, indem wir unser Produktportfolio in äußerst attraktiven Segmenten erweitern.“

Umsätze in den USA und China künftig mehr als doppelt so hoch
Mit der Übernahme von TRW würde ZF ihre Umsätze in China und in den USA, zwei der weltweit wichtigsten Länder der Automobilbranche, mehr als verdoppeln.

ZF ist seit 1979 in den USA vertreten und unterhält dort 12 Produktionsstandorte, darunter ein Mitte 2013 eröffnetes Werk für Automatikgetriebe in South Carolina. Durch die Trans-aktion würde ZF ihren Jahresumsatz in den USA von 2,8 Milliarden Euro (3,9 Milliarden US-Dollar) auf 6,5 Milliarden Euro (9,0 Milliarden US-Dollar) deutlich steigern.

Aufgrund des Zusammenschlusses würde ZF auch ihren Umsatz in China erheblich steigern. Auf China entfallen zwei Drittel des regionalen Gesamtumsatzes von 3 Milliarden Euro (4,1 Milliarden US-Dollar) im asiatisch-pazifischen Raum. Zusammen mit TRW – in China ebenfalls stark vertreten – würde ZF in China ein Umsatzvolumen von 4,0 Milliarden Euro (5,5 Milliarden US-Dollar) erzielen. Ferner würde das Unternehmen durch den Zusammenschluss einen Jahresumsatz von rund 5,4 Milliarden Euro (etwa 7,5 Milliarden US-Dollar) im asiatisch-pazifischen Raum erwirtschaften.

Beide Unternehmen haben in den vergangenen Jahren massiv in die Erweiterung ihrer Produktionsstandorte investiert. Außerdem verfügen beide über bedeutende Produktions- und F&E-Standorte in China: ZF erweitert zurzeit das Entwicklungszentrum in Schanghai auf 800 Mitarbeiter, das eine halbe Stunde Fahrt von dem neuen F&E-Zentrum von TRW entfernt ist. Das TRW-Zentrum wird nach der Fertigstellung 1.200 Mitarbeiter beschäftigen und damit der weltweit größte F&E-Standort von TRW sein.

Regional und kundenspezifisch ausgewogenes Portfolio
Das durch die Übernahme entstehende Unternehmen wird etwa die Hälfte seines Umsatzes in Europa und die andere Hälfte in Nordamerika, Asien-Pazifik und dem Rest der Welt erwirtschaften. Die Transaktion wird auch zu einem ausgewogenen Kundenportfolio sowohl im Premiumsegment als auch im Volumenmarkt führen. TRW erzielt einen großen Teil seines Umsatzes im Volumenmarkt und unterhält enge Beziehungen zu Volumenher-stellern in den USA und Europa. ZF verfügt über eine breitere Kundenbasis und ist stark bei Premiumautoherstellern vertreten. Darüber hinaus wird das vereinte Unternehmen gut aufgestellt sein, um auch Fahrzeughersteller in Asien zu beliefern.

TRW wird neue Division von ZF
Der Hauptsitz von ZF wird weiterhin in Friedrichshafen sein. TRW wird als separate Division in ZF integriert. Bisher wurden noch keine Entscheidungen über Zuständigkeiten in der Geschäftsführung für den TRW-Bereich getroffen. Die Unternehmen beabsichtigen, ausge-wogene Integrationsteams aus Mitarbeitern beider Unternehmen einzusetzen, um eine nahtlose Integration sicherzustellen und das gemeinsame Unternehmen für ein beschleunigtes Wachstum gut aufzustellen. Zugleich sollen auf diese Weise potenzielle Herausforderungen für Mitarbeiter und Kunden bewältigt werden. Da die beiden Unter-nehmen einander ergänzen, wird das Hauptaugenmerk auf Wachstum liegen, während Kostensynergien vor allem durch eine verbesserte Position beim Einkauf oder in verbesserten Prozessen entstehen könnten. Die Transaktion unterliegt einer Reihe von üblichen Vollzugsbedingungen.

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