Ende von Big Data auf Zetteln und in Excel


Das 500jährige Traditionsunternehmen Düker aus Franken will der aufwändigen Erfassung von Qualitätsdaten über Papier und Excel ein Ende bereiten. Die mittelständische Eisengießerei stellt Komponenten für Wasser- und Gasleitungen und im Produktbereich Kundenguss unter anderem auch Teile für Industrieroboter der Kuka AG her. Da viele Produkte Sicherheit für technische Einrichtungen und Menschen bieten müssen, werden sie streng kontrolliert und geforderte Qualitätsstandards nachgewiesen. Die Rückverfolgung der Produktqualität soll künftig digital „auf Knopfdruck“ erfolgen. Lernen können aus den Erfahrungen von Düker auch andere kleine und mittlere Unternehmen. Denn Düker wird beim Projekt durch das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards begleitet. Das Kompetenzzentrum eStandards gehört zu Mittelstand-Digital. Mit Mittelstand-Digital unterstützt das BMWi die Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen und dem Handwerk.

Big Data auf Zetteln und in Excel
„Bisher haben wir relevante Produktinformationen zur Charge, Eisenqualität oder Prüfzeugnisse an jeder Stelle der Wertschöpfungskette in unterschiedlicher Form festgehalten“, berichtet Christian Kern, IT-Leiter und Leiter des Digitalisierungsprojekts bei Düker. „An manchen Stellen fließen die Daten direkt ins ERP-System, aber gerade in der Produktion wird noch viel handschriftlich erfasst. Wenn dann ein Produkt zurückverfolgt werden soll, um Prüfzeugnisse vorzulegen, kostet das viel Zeit, um die Informationen aus ERP-System, Excellisten und handschriftlichen Aufzeichnungen zu verknüpfen. Wir brauchen für jedes Produkt einen Lebenslauf auf Knopfdruck“

Digitale Lösung für Rückverfolgbarkeit
Gelöst werden soll diese Herausforderung mithilfe von digitalen Technologien und weltweit eindeutigen Standards. So sollen Prüfmittel, mit denen Qualitätsdaten erfasst werden, mit dem winzigen Barcode GS1 DataMatrix versehen werden. Dieser ordnet dem Instrument eine eindeutige Seriennummer zu. Über einen Scan kann bei Bedarf nachgewiesen werden, mit welchem Prüfmittel die Qualitätsdaten erfasst wurden. In Zukunft soll möglichst auch jedes einzelne Produkt eine serialisierte Artikelnummer und ein barcodiertes Label erhalten. Produktdaten, zum Beispiel zur Qualität des verwendeten Werkstoffs, lassen sich dann einfach über Scans abrufen.

Das Projekt bei der Düker GmbH soll 2018 abgeschlossen werden. Weitere Informationen und Erfahrungen aus diesem und weiteren Pilotprojekten werden unter www.kompetenzzentrum-estandards.digital veröffentlicht.

Bild: Der fertige Kuka-Roboter im Einsatz in der offenen Werkstatt Köln des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards im GS1 Germany Knowledge Center; Foto: GS1 Germany

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