Herausforderungen im Facility Management

Mittelständische Unternehmen sehen sich angesichts des Personalmangels und der zu erwartenden zunehmenden Regulierung im Gebäudemanagement vor Herausforderungen. Dies sind zwei mögliche Treiber für eine künftige Fremdvergabe von bisher in Eigenleistung erbrachten Facility Services, ergab eine aktuelle Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Lünendonk & Hossenfelder, Mindelheim. Für die Studie wurden deutsche mittelständische Unternehmen aus Industrie, Handel, Verkehr- und Logistik sowie Informations- und Kommunikationstechnologie befragt. Neben dem Ausblick in die Zukunft zeichnen die Ergebnisse ein differenziertes Bild des Mittelstands in Bezug auf den Anteil der Fremdvergabe von einzelnen Gewerken sowie die Bewertung von Themen und Trends. Die befragten Unternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz zwischen 200 Millionen und einer Milliarde Euro, sind überwiegend inhabergeführt und unterhalten überwiegend zwischen einem und fünf Standorten in Deutschland.

Soziale Verantwortung ist zentrales Motiv für Gebäudebewirtschaftung
Im Gegensatz zu Großunternehmen und Konzernen mit einer diversifizierten Eigentümer-struktur sind die mittelständischen Unternehmen sowie deren Eigentümer in der Regel stark in der Region verwurzelt. Dieser Standortfaktor hat wesentlichen Einfluss auf die Facility-Management-Strategie. Ein zentrales Motiv, warum die Sekundärprozesse zur Gebäude-bewirtschaftung oftmals noch mit eigenem Personal erbracht werden, sind weniger wirtschaftliche Gründe, sondern ein hohes soziales Verantwortungsgefühl gegenüber den eigenen Mitarbeitern sowie dem Ruf in der Region. Angesprochen auf die Zukunfts-erwartungen, sorgen sich die Studienteilnehmer um den demografischen Wandel sowie den daraus bedingten Fachkräftemangel. Zusätzlich erwarten die Befragten einen Anstieg von Gesetzen und Vorschriften sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene. Diese Erwartungen lassen viele Studienteilnehmer daran zweifeln, dass sie für diese Aufgaben künftig qualifiziertes Personal zur Verfügung haben werden.

Thomas Ball, Senior Consultant bei Lünendonk & Hossenfelder und Studienautor, kommentiert: „Mittelständische Unternehmen verspüren angesichts der guten wirtschaftlichen Lage aktuell kaum Handlungsdruck im Gebäudemanagement. Der Aufbau eines profes-sionellen Gebäudemanagements sowie die Frage, welche Leistungen künftig noch mit eigenen Kräften erbracht werden sollen, erfordern Zeit. Wer sich zu spät auf die Zukunft vorbereitet, muss mit erheblichen Nachteilen durch Personalengpässe rechnen.“

Größe und Branchenzugehörigkeit beeinflussen Gebäudemanagement
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen indes, dass etablierte Prozesse im Kontakt mit Großunternehmen und Konzernen sich nicht ohne Weiteres auf die Strukturen mittel-ständischer Unternehmen übertragen lassen. Hier sind die Dienstleister gefordert, maßge-schneiderte Lösungen und Angebote zu entwickeln. Dies gilt umso mehr, da der Mittelstand keine homogene Gruppe ist, sondern die Strategie und Präferenzen zum Teil deutlich voneinander abweichen. Die Zielgruppe unterscheidet sich je nach Branchenzugehörigkeit und Anzahl der Mitarbeiter deutlich in der Einstellung zum Gebäudemanagement. Je mehr Mitarbeiter und Standorte ein Unternehmen hat, desto eher gleicht das Gebäudemanagement dem von Großunternehmen. Darüber hinaus ist die Branchenzugehörigkeit ein ebenso starker Faktor wie die Größenzuordnung.

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