Im Blickpunkt: Aluminium

Commerzbank_Aluminiumpreis_Juli_2016Der Aluminiumpreis versucht seit einigen Wochen, sich über der Marke von 1.600 USD je metrische Tonne zu etablieren. Preise für Aluminium oberhalb von 1.600 USD sind nach Einschätzung von Commerzbank Research dauerhaft nicht zu rechtfertigen, da der globale Aluminiummarkt sehr gut versorgt ist. Gemäß Daten des International Aluminium Institutes (IAI) wurde die globale Aluminiumproduktion im Mai im Vergleich zum Vormonat um 3,9 % auf 4,91 Mio. Tonnen ausgeweitet.

Dazu beigetragen hat China, wo im Mai 2,68 Mio. Tonnen Aluminium hergestellt wurden. Damit nähert sich die Produktionsrate dort wieder dem Rekordhoch vom Juni 2015. Wegen der gestiegenen Aluminiumpreise werden in China vormals stillgelegte Produktionskapazitäten wieder in Betrieb genommen und das überschüssige Material wird exportiert. Im Reich der Mitte kostet Aluminium seit Mitte April mit wenigen Ausnahmen wieder mehr als 12.000 CNY je Tonne, was als Gewinnschwelle angesehen wird. Nach zeitweise hohen Verlusten, die sich zwischenzeitlich auf bis zu 200 USD je Tonne beliefen, machten die Aluminiumhersteller Ende Juni laut Daten des Analysehauses SMM wieder Gewinne von durchschnittlich über 200 USD je Tonne. Hierzu trugen die gesunkenen Rohmaterialkosten ebenso bei wie die andauernden Stromsubventionen. Die höhere chinesische Produktion fand zuletzt verstärkt durch Exporte den Weg an den Weltmarkt – unter anderem auch wegen einer verhaltenen lokalen Nachfrage.

So hat China Daten der Zollbehörde zufolge im Mai 420 Tsd. Tonnen Aluminium und Aluminiumprodukte ausgeführt. Seit Jahresbeginn liegen die Exporte mit 1,9 Mio. Tonnen allerdings knapp 8 % unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. 2015 wurden mit 4,8 Mio. Tonnen rekordhohe Mengen Aluminium und Aluminiumprodukte exportiert. Der Weltmarkt benötigt nach Einschätzung von Commerzbank Research aber gar nicht das viele chinesische Aluminium. Dies zeigen z. B. die physischen Prämien in den wichtigsten Konsumentenländern bzw. -regionen. Industriekreisen zufolge haben sich in Japan Aluminiumproduzenten und -konsumenten für das dritte Quartal auf eine Prämie von 90 USD je Tonne geeinigt. Dies wären 22 % weniger als im zweiten Quartal. Auch in Europa und den USA sind die physischen Prämien im Sinkflug. Nach Daten des Metal Bulletins lagen sie in Europa Ende Juni mit 68 USD je Tonne auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2015.

Und auch in den USA entsprach der Aufschlag von rund 160 USD je Tonne dem niedrigsten Niveau seit acht Monaten. Von einer Knappheit kann da nach Einschätzung von Commerzbank Research nicht gesprochen werden. Commerzbank Research geht daher nicht davon aus, dass sich der Aluminiumpreis nachhaltig über der Marke von 1.600 USD je Tonne halten kann. Vielmehr erwarten die Experten von Commerzbank Research eine Korrektur und sehen den Aluminiumpreis am Jahresende bei 1.550 USD je Tonne.

Grafik: Preisentwicklung Aluminium, Stand: Juni 2016 Quelle: Commerzbank Research

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