Preise im technischen Einkauf intransparent

Das Wort Transparenz stand erstmals 1915 im Duden. Und obwohl es Einzug in unseren täglichen Wortschatz erhalten hat, fehlt es an Transparenz – Einkaufspreise sind dabei keine Ausnahme. Das Düsseldorfer Beratungsunternehmen Kloepfel Engineering und der führend B2B-Marktplatz Partner „Wer liefert was“ machen oft die Erfahrung, dass es technischen Einkäufern an einem Überblick über die Preise mangelt. Eine Umfrage bei Fach- und Führungskräften gewährt einen branchenunabhängigen Einblick, ob Transparenz von Einkaufspreisen Pflicht oder Kür ist.

Offene Kalkulation hui – Notwendig für Zusammenarbeit pfui
Zwar verlangen 56 Prozent der Befragten eine offene Kalkulation ihrer Lieferanten, dies sei aber nicht ausschlaggebend für die Zusammenarbeit. Rund ein Drittel (30 Prozent) vertraut seinen Lieferanten blind und für lediglich 14 Prozent kommt ein Lieferant nicht infrage, wenn dieser keine offene Kalkulation vorlegt. Laut Manfred Esser, Geschäftsführer von Kloepfel Engineering, könnte dies bereits zu mehr Transparenz und einer Einsparung von Kosten führen: „Häufig kommen Einkäufer verschiedener Unternehmen auf uns zu, weil sie ihre Kosten senken möchten. Das geht aber nur, wenn man weiß, wie sich die Preise der Lieferanten zusammensetzen. Mit einer offenen Kalkulation wird der Produktpreis fast runtergebrochen bis auf den Putzlappen, der für die Maschinenwartung verwendet wird, zerlegt. Erst dann kann ein Einkäufer die Kosten der Lieferanten nachvollziehen, auf Augenhöhe verhandeln und bekommt ein Gefühl für die Marktpreise.“

Einkäufer schrecken vor Kostenkalkulationsprogrammen zurück
Kostenkalkulationsprogramme sollen Einkäufern helfen die Kosten der Lieferanten zu durchleuchten. Warum scheuen sich aber 60 Prozent vor der Anschaffung eines solchen Programmes? Rund 32 Prozent begründen dies mit dem dadurch verbundenen Mehrauf-wand, wie beispielsweise Updates, Einarbeitungszeit und die Einführung eines zusätzlichen Programmes im Unternehmen. „Kostenkalkulationsprogramme werden zunehmend an das digitale Zeitalter angepasst, beispielsweise durch Online-Tools, die weder Updates benötigen noch eine zusätzliche Installation erforderlich machen, da sie über einen alltäglichen Browser aufgerufen werden. Auch in puncto Einarbeitung und Benutzerfreundlichkeit konnten wir uns verbessern. Beispielsweise ist das Cost Control Online-Tool nach bereits 30 Minuten bedienbar“, kommentierte Manfred Esser das Ergebnis. Weitere Gründe gegen Kosten-kalkulationsprogrammen sind die zu komplizierte Bedienung (7 Prozent) und die Anschaffungskosten (18 Prozent). Weiterhin gaben 16 Prozent an, keine Kostenkalkulations-programme zu kennen.

Selbst ist der Einkäufer
Die Mehrheit der Befragten gab an, sich selber regelmäßig über Marktpreise im technischen Einkauf zu informieren (71 Prozent). Zehn Prozent werden von ihren Unternehmen regel-mäßig informiert und 19 Prozent fühlen sich nicht gut informiert. Grundsätzlich helfen nach der Umfrage (inter-)nationale Datenbanken, um einen besseren Überblick zu bekommen. Über 50 Prozent gaben an, diese dafür zu nutzen. Auch Fachmedien (27 Prozent) haben in diesem Punkt einen relativ hohen Stellenwert bei Einkäufern. Auf die Kompetenz von Beratungsunternehmen greifen lediglich ein Prozent zurück.

Die Umfrage zeigt, dass Transparenz von Einkaufspreisen im technischen Einkauf noch keine Selbstverständlichkeit in Unternehmen ist. Vor allem Eigeninitiative ist von Einkäufern gefragt, um einen Überblick über die Marktpreise zu erhalten.

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