Resilience Index 2019

FM Global hat den neuen Resilience Index 2019 veröffentlicht. Das Ranking, das 130 Länder und Territorien nach der Resilienz ihres wirtschaftlichen Umfelds bewertet, enthält nun auch den Treiber Unternehmensführung und -kontrolle. Dieser ist einer von zwölf gleichgewichteten Messwerten innerhalb der drei Faktoren Wirtschaft, Risikoqualität und Lieferkette, aus denen sich das Ranking zusammensetzt.

Mit Blick auf Deutschland, das Platz vier in der Gesamtwertung belegt, fallen zwei Treiber besonders auf: das inhärente Cyberrisiko (Deutschland verbessert sich von Platz 78 auf Platz 54) und die Veränderungsrate der Urbanisierung (Deutschland klettert von Platz 51 auf Platz 18). Deutschlands wichtigster Handelspartner China belegt im Index hingegen nur eine mittlere Position und gleichzeitig den schlechtesten Rang unter Deutschlands engsten Handelspartnern (China Region 1: Platz 74, China Region 2: Platz 76, China Region 3: Platz 68).

Handelspartner schneiden zum Teil schlecht ab
Doch wie sehen die Platzierungen bei den anderen wichtigen Handelspartnern USA, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Italien und den Niederlanden aus? Die USA und die Niederlande erreichen beim Treiber Ölitensität nur Platz 100 beziehungsweise 103, was auf eine hohe Anfälligkeit für Ölschocks hinweist. Das Vereinigte Königreich hingegen muss einen Verlust von acht Plätzen beim Treiber politisches Risiko hinnehmen und fällt von Rang 45 auf Rang 53 zurück (zum Vergleich: die USA Region 1 bis 3 rangiert auf Platz 47).

Das politische Risiko ist allerdings nicht der einzige Treiber, bei dem das Vereinigte Königreich schlechter abschneidet als die USA: Die neuesten Ergebnisse zeigen, dass letztere beim Treiber Qualität des Risikomanagements bei Brandrisiken mit den Regionen 1 bis 3 den zweiten Platz einnehmen, während das Vereinigte Königreich nur den 35. Platz belegt.

„Feuer ist nach wie vor das größte Risiko für Betriebsunterbrechungen“, sagt Achim Hillgraf, Hauptbevollmächtigter bei FM Global Deutschland. „Auch in Europa gibt es hier noch Verbesserungspotenzial. Keiner unserer engsten europäischen Handelspartner ist in den Top 10 beim Treiber Qualität des Risikomanagements bei Brandrisiken vertreten.“

Interessant sind ferner die Ergebnisse des Treibers vorherrschende Elementarrisiken, die ebenfalls die Resilienz der Lieferkette gefährden können. Erdbeben und Überschwemmungen in Italien haben gezeigt, dass auch Europa nicht von Naturkatastrophen verschont bleibt, die sonst typischerweise eher mit den USA oder China in Verbindung gebracht werden.

„Angesichts der Bedeutung einer widerstandsfähigen Lieferkette für deutsche Unternehmen zeigt unser Online-Tool, dass Deutschlands wichtigste Handelspartner weiterhin eine Herausforderung darstellen und die Resilienz gefährden können“, fügt Hillgraf hinzu. „Resilienz ist für CFOs von entscheidender Bedeutung, da Handelskonflikte, sich verändernde Volkswirtschaften, nationale Wahlen, der Brexit und sich entwickelnde Klimarisiken die Unternehmen dazu veranlassen, ihre globale Positionierung sowie Partnerschaften zu überdenken. Wir glauben, dass Resilienz eine Entscheidung ist, die von Unternehmen getroffen wird. Der Index gibt ihnen ein weiteres Instrument an die Hand, mit dem sie fundierte Entscheidungen zu ihrer Zukunft treffen können.“

Betrachtet man die vier Treiber des Faktors Lieferkette, zeigt die Übersicht der wichtigsten deutschen Handelspartner, dass Deutschlands größter Handelspartner China am Ende rangiert.

Der FM Global Resilience Index als Entscheidungshilfe
Der Index soll Finanzvorstände und Geschäftsführer bei der Stärkung der Unternehmensresilienz unterstützen. Dies betrifft vor allem die Bereiche Unternehmensrisiken, Standorteinrichtung, Erweiterung der Lieferketten und Kundengewinnung. Die Erfahrungen von FM Global haben gezeigt, dass eine mangelnde Widerstandsfähigkeit weitreichende und nachhaltige Auswirkungen auf den Unternehmenswert sowie die Performance haben können.

Top 10, Schlusslichter, Auf- und Absteiger
Norwegen belegt in der Top 10 des Resilience Index weiterhin den ersten Platz. Deutschland stieg 2018 um einen Platz auf Rang 4 und liegt nun hinter Norwegen (1), Dänemark (2) und der Schweiz (3). Hinter Deutschland folgen Finnland (5), Schweden (6), Luxemburg (7), Österreich (8) und die zentralamerikanischen Staaten (9). Das Vereinigte Königreich komplettiert die Top 10.

Die hinteren Plätze im Resilience Index belegen Äthiopien (128), Venezuela (129) und Haiti (130), was vor allem auf eine schlechte Performance bei den Treibern Qualität der Infrastruktur, Corporate Governance, Qualität des Risikomanagements bei Brandrisiken und politisches Risiko zurückzuführen ist.

Nach Ruanda (von 107 auf 72) sind Thailand (von 89 auf 73) und die Dominikanische Republik (von 93 auf 71) die besten Aufsteiger im Resilience Index 2019. Die größten Abstiege mussten hingegen Trinidad (von 68 auf 89), El Salvador (von 103 auf 117) und die neu benannte Republik Nordmazedonien (von 78 auf 100) hinnehmen.

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