Zügig per Zug – umweltschonender Gütertransport

Der Güterbedarf steigt: Immer schneller und immer individueller möchten Kunden und Industrie versorgt werden. Längst wirkt sich dieses Mehraufkommen auf deutsche Straßen aus. So wurden 2016 79 Prozent der beförderten Güter per Lastkraftwagen und nur acht Prozent per Eisenbahn transportiert, gleichzeitig sank die Eisenbahngüterverkehrsleistung im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozent. Die Folgen: Umweltbelastung durch Schadstoff-emissionen, volle Straßen und hohe Stauaufkommen. Dabei punkten Warentransporte via Zug nicht nur durch geringe Stau- und Unfallvorkommen, sondern zeigen sich auch umweltfreundlicher und wirtschaftlicher als die Beförderung von Gütern mit Lkw.

„Nachhaltig denkende Unternehmer setzen vor allem aufgrund der positiven Umweltbilanz langfristig auf den Schienengüterverkehr“, so Armin Götz, Geschäftsführer der IGE GmbH & Co. KG. „Von der steigenden Effizienz und den so erreichten Kosteneinsparungen profitiert die gesamte Transportkette.“

Zahlen sprechen für Schienenverkehr
Im internationalen Güterverkehr steigt die zu überbrückende Distanz stetig und damit verlängern sich auch die Wegstrecken der Lkw. Folglich muss das Straßennetz ständig erweitert werden – Baustellen, Umweltbelastungen und Zerstörung der Natur inklusive. In den letzten 15 Jahren stiegen die Emissionszahlen auf den Straßen von 42.257.867 auf 57.191.424 Tonnen an. Ganz anders im Schienenverkehr: Im selben Zeitraum halbierte sich der Ausstoß hier beinahe, die Emisison sank von 3.623.066 auf 1.940.724 Tonnen. Der Schienengüterverkehr funktioniert unabhängig von Verkehrsproblemen auf den Straßen.

Planbare Prozesse sorgen für eine zuverlässige Zeitplanung und dadurch für eine stabile Transportkette. „Die Herausforderungen in der Bahnlogistik liegen beispielsweise in den unterschiedlichen Signal- und Stromsystemen innerhalb der EU. Außerdem fehlt es noch am Ausbau aller Strecken für die volle mögliche Länge der Güterzüge“, so Götz. „Denn im Gegensatz zu den überlasteten Straßen besteht auf den Schienen noch die Möglichkeit, weiteres Potenzial auszuschöpfen.“ So kann der Zug für die komplette Strecke oder auf einer Teilstrecke genutzt werden und fügt sich flexibel in jede Transportkette ein.

Umdenken beginnt
Ein Plus im Schienengüterverkehr bedeutet ein Plus für die Umwelt und würde die Bundes-republik den staatlichen Klimazielen ein Stück näher bringen. Das hat auch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erkannt und zusammen mit weiteren Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft den „Masterplan Schienengüterverkehr“ entwickelt. Dieser sieht unter anderem eine Reduzierung der Trassenpreise, den Ausbau wichtiger Güterverkehrsstrecken für 740 Meter lange Güterzüge und ein Vorantreiben von Digitalisierung und Automatisierung im Schienenverkehr vor. „Die Vorteile für Unternehmen liegen auf der Hand: Züge transportieren mit ihrer hohen Kapazität große Gütermengen
umweltschonend, schnell und staufrei von A nach B, ohne dass ein Feiertags- oder Sonntagsverbot die Transporthäufigkeit hemmt“, so Götz. Zusätzlich sparen Unternehmen erheblich an den externen Kosten: Auf den Schienen liegen sie mit 12,35 Euro je 1.000 Tonnenkilometern weit unter den im Straßenverkehr veranschlagten 24,12 Euro. „Wer jetzt ‚auf den Zug aufspringt‘, profitiert nicht nur von dem geringen Aufwand und der Planungs-sicherheit des Schienengüterverkehrs, sondern leistet langfristig einen Beitrag zu einer gesunden Umwelt“, fasst der IGE-Geschäftsführer zusammen.

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