Lieferketten: Reaktion auf Handelskonflikte

Als Reaktion auf Handelskonflikte und wirtschaftlichen Protektionismus wollen 66% der Fertigungsunternehmen weltweit ihre Lieferketten umstellen. Das ergibt eine neue globale Studie von LLamasoft, einem weltweit führenden Anbieter von Software und Lösungen zur Optimierung globaler Supply Chains. Darüber hinaus gaben 50% der Befragten an, dass eine wirtschaftlich nationalistische Politik die Betriebskosten erhöht. 45% denken darüber nach, Lieferanten zu ersetzen, was einen Geschäftswert weltweit von fast 3,1 Billionen US-Dollar (nach Daten der Weltbank von 2017) entspricht.

Handelskonflikte und wirtschaftlicher Protektionismus gelten für die befragten hochrangigen Entscheidungsträger in Europa (Deutschland, Frankreich und Großbritannien), den Vereinigten Staaten, Asien (China und Japan) und Lateinamerika (Mexiko) als eine der größten Herausforderungen für die Supply Chain. Auf die Frage, was sie global als größten Grund zur Besorgnis sehen, stellten die Befragten Handelskonflikte und Protektionismus (46 Prozent) nach Steuern und Abgaben (50 Prozent) an die zweite Stelle.

In der Bundesrepublik, der größten Volkswirtschaft Europas, sind 48% der Befragten besorgt über die Entwicklung von Steuern und Zöllen und deren Auswirkungen auf ihre Lieferketten. 43% sehen Protektionismus und Handelskonflikte als Bedrohung. Besonders große Auswirkungen, wird der Brexit auf ihre Lieferketten haben. 56% der in Deutschland befragten Unternehmen gaben an, dass sie aufgrund des Austritts Großbritanniens aus der EU ihre Supply Chains sehr wahrscheinlich verändern werden.

„Die heutige globale Wirtschaft – und die Supply Chains, die sie in Bewegung halten – sind grundlegend miteinander verbunden. Die sich wandelnde regionale Wirtschaftspolitik hat erhebliche Auswirkungen auf die Lieferketten produzierender Unternehmen weltweit, so dass diese den Aufbau ihrer Supply Chains immer häufiger überarbeiten müssen“, kommentiert Razat Gaurav, CEO von LLamasoft. „Aufgrund der sich ändernden politischen Stimmung in vielen Ländern ist es unerlässlich, dass Unternehmen über die Datengrundlage und analytischen Fähigkeiten verfügen, digitale Zwillinge ihrer Lieferketten zu erstellen und alternative Szenarien zu entwerfen. So können sie Unsicherheit und Risiken verringern, die diese politischen Veränderungen mit sich bringen.“

Aufgrund des weltweit veränderten politischen Klimas werden auch höhere Kosten erwartet, wenn auch in unterschiedlichem Maße. Auf die Frage nach den Auswirkungen der Wirtschaftspolitik auf ihre Betriebskosten antworteten 50% der befragten Unternehmen weltweit, dass diese Kosten wahrscheinlich steigen werden. In Deutschland rechnen 53% der Befragten mit erhöhten Betriebsausgaben aufgrund veränderter politischer Bedingungen.

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