Ratenverfall in der Seefracht im 2. Quartal?

Im Vorfeld des Chinesischen Neujahrs 2018 konnten Seefrachtraten auf den Haupthandelsrouten zwischen Fernost und Nordeuropa ihren Aufwärtstrend noch fortsetzen. Xeneta, die führende Plattform für das Benchmarking von Seefrachtraten und Marktanalysen, verzeichnete traditionell einen Ratenanstieg zwischen dem 1. Dezember 2017 und dem 16. Februar 2018. Doch der positive Trend dürfte laut Xeneta im aktuellen 2. Quartal 2018 nicht anhalten.

Der Anstieg des Marktdurchschnittspreises von 1.497 US-Dollar pro FEU (Forty-Foot Equivalent Unit (40‘-Container) am 1. Dezember 2017 auf 1.726 US-Dollar pro FEU am 16. Februar 2018 fiel mit 16,1 Prozent in diesem Jahr nur unwesentlich höher als im Vorjahr aus, obwohl das Chinesische Neujahr 2018 etwas später datiert war.

Patrik Berglund, CEO von Xeneta, konstatiert: „Das Ratenwachstum hätte in diesem Jahr größer ausfallen können, wenn Carrier ihren gewünschten Mindestwert für kurzfristige Sendungen von 1.900 bis 2.000 US-Dollar pro FEU besser hätten halten können. Das zeigt der Vergleich: Der Marktdurchschnitt der Xeneta-Plattform betrug am 1. Februar 1.732 US-Dollar pro FEU, während das Markttief bei 1.374 US-Dollar pro FEU lag.“

Die Analyseplattform Xeneta bietet sowohl Verladern als auch Transporteuren Daten, die sie benötigen, um ihre eigenen Seefrachtkosten mithilfe der weltweit größten Datenbank vertraglich vereinbarter Raten zu benchmarken und schafft inzwischen mit 45 Millionen Vertragsraten Transparenz im volatilen Seefrachtmarkt.

Rückschlüsse der letzten Jahre
Vorausschauende Verlader geben ihre RFQ-Anfragen (Request for Quotation = Aufforderung zur Angebotsabgabe) mittlerweile auf Basis analysierter Vorjahreswerte ab und erzielen dadurch Vorteile. Anhand der Analyse historischer Werte lassen sich künftige Ratenent-wicklungen und deren Auswirkungen auf langfristige Ratenvereinbarungen nachvollziehen. Obwohl Carrier in Vergangenheit in der Lage waren, die Raten bis zum Chinesischen Neujahr zu erhöhen, wird das Ratenniveau im Nachhinein selten aufrecht erhalten. 2017 fielen die Durchschnittsraten zwischen dem 28. Januar und dem 28. Februar um 14,2 Prozent. 2016 zeigte eine ähnliche Entwicklung, da Carrier nach dem Chinesischen Neujahr mit einem Rückgang von 39,9 Prozent zwischen dem 8. Februar und 8. März innerhalb eines Monats mehr verloren, als sie zuvor gewonnen haben.

Der Ratenverfall nach dem Chinesischen Neujahr 2016 spiegelt allerdings ein volatiles Ratenumfeld wieder, das sich seither etwas stabilisiert hat. Das belegen auch monatliche Durchschnittsraten für den Handel zwischen Fernost und Nordeuropa und ist aus Sicht der Carrier positiv zu bewerten. Die geringe Volatilität aktueller Raten weist jedoch auch darauf hin, dass sich Seefrachtraten nach einem Rückgang künftig langsamer erholen könnten.

Ratenverfall absehbar

Es gibt Anzeichen, dass die Ratenentwicklung der nächsten Monate dem Trend der letzten Jahre folgen wird. Dementsprechend ist die durchschnittliche Spotmarktrate im Zeitraum vom 16. Februar bis 16. März 2018 von 1.726 auf 1.473 US-Dollar pro FEU gefallen, das entspricht einem Ratenverfall von 15 Prozent. Ein weiterer Rückgang wird erwartet.

Die Auswertung von 45 Millionen Vertragsdaten der Xeneta-Datenbank erlauben Rück-schlüsse. Laut Berglund ergeben sich aus der Analyse historischer Werte Einsparungs-potenziale in der Zukunft: „Da die Raten für Consol-Fracht tendenziell weiter fallen werden, versprechen langfristige Verträge im 2. Quartal im Vergleich zu langfristigen Verträgen aus dem 1. Quartal 2018, höhere Einsparungen. Sollten sich langfristige Vertragsraten und die für kurzfristige Fracht angleichen, wie es Ende letzten Jahres der Fall war, könnten weiter fallende Spotmarktraten sogar weiteres Einsparungspotenzial bieten.“

Bild: Seefrachtraten auf den Haupthandelsrouten zwischen Fernost und Nordeuropa könnten ihren Aufwärtstrend noch fortsetzen. Doch der positive Trend dürfte laut Xeneta im aktuellen 2. Quartal 2018 nicht anhalten; Foto: Xeneta AS

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